Romani transgender woman murdered in Istanbul home

A transgender Romani woman has been found by police, killed at her home in the neighborhood of Kurtuluş on the European side of Istanbul, news website Bianet reported on Oct. 10. The circumstances of the murder are unclear, with police officials saying they are unable to establish whether there had been a robbery at the address. Relatives of the woman, known as “Gypsie Gül,” told Bianet that most murders of transgender people who earn their living through prostitution are usually committed by their clients. However, they also added that Gül did not bring her clients to her home but usually went to hotels.
Gül’s body was found by a friend who was concerned after not receiving news from her for two days. Kurtuluş, in the central Şişli district of Istanbul, is one of the most tolerant neighborhoods in the city, where many transgender people have chosen to settle and live. Many transgender people in Turkey live under constant threat of hate attacks and most of the murders targeting the LGBT community are left unsolved. A young transgender woman, Çağla Joker, was murdered last April following an attack by two young men.

Source: Hürriyet Daily News
Date: 10.10.2014

Kommunalwahlen in Ungarn: Den Roma den Krieg erklärt

Heute wird in Ungarn gewählt. Aber in einem sind alle Parteien hier gleich: Sie haben den Roma den Krieg erklärt, um bei den Wählern zu punkten. Eine Reportage aus Miskolc.

Wie ein Slum sieht das hier nicht aus. Nicht wie die Mini-Favela aus Wellblech, Pappe und Sperrholz, in der viele Roma mitten im Zentrum der serbischen Hauptstadt Belgrad hausen. Nicht wie die verrottenden Plattenbauten im Stadtteil Lunik 9 des ostslowakischen Kosice, mit Wohnungen ohne Fensterscheiben und Türen und massenweise Müll zwischen den Häusern. Auch eine Mauer hat niemand hier im nordostungarischen Miskolc (sprich: Mischkolz) um die Siedlung gezogen, wie das auf behördliche Anordnung mit einem Roma-Wohngebiet im rumänischen Baia Mare geschah. Keine sichtbare jedenfalls.

Im schönsten Nachmittagslicht liegt sie da, die Siedlung aus einstöckigen Häusern, auf halber Strecke zwischen der idyllischen Altstadt und der nicht minder hübsch am Hügelrand gelegenen mittelalterlichen Burg Diosgyör. Schmal vom grasgrün gesäumte Asphaltsträßlein. Kaum Autos, dafür viele fröhlich lärmende, bunt gekleidete Kinder. Malerisch blättert da und dort Putz von den Häusern, hin und wieder künden Satellitenschüsseln von Gegenwart. Und auf der nahe gelegenen Durchgangsstraße rumpeln die altertümlichen Bahnen der Tram-Linie 1 vorbei. Alles reif also für den Touristen-Werbeslogan „Romantik pur“? Schöner kann der Schein kaum trügen.

Betritt man die Siedlung der von 1 bis 10 nummerierten Straßen – oder der „Straßen ohne Namen“, wie sie hier genannt werden –, ist es vorbei mit dem Postkartenparadies. Noch dazu, wenn eine Gruppe unangekündigt hineinschlendert, mit Reporter, Dolmetscherin, Fotografin. „Was wollt ihr hier?“, fragen die Bewohner bohrend. „Keine Fotos!“, ruft jemand. Ein anderer: „Jedenfalls keine von den schlechteren Häusern!“ Ein großes Palaver folgt, und es braucht einige Überzeugungskraft, bis sich unter den Umherstehenden und schnell in der Siedlung verbreitet, dass man nicht in böser Absicht kommt.

Tatsächlich sind die Straßenzüge mit den 60 Häusern, in denen 250 bis zu achtköpfige Familien leben, hochpolitisches Kampfgebiet. Seit Bürgermeister Ákos Kriza angekündigt hat, die Roma-Siedlung komplett zu räumen, damit auf dem Gelände ein Parkplatz für das benachbarte Fußballstadion entstehen kann, gilt Miskolc ungarnweit als derzeit krassestes Beispiel für staatlichen Antiziganismus. Und vor den am heutigen Sonntag stattfindenden Kommunalwahlen in Ungarn überbieten sich die nahezu gleichauf liegenden Parteien – die sozialdemokratische MSZP, die stramm rechte Fidesz und die neofaschistische Jobbik (deutsch: die Besseren) – in roma-feindlichen Parolen, um bei den Wählern zu punkten.

Quelle: Der Tagesspiegel
Stand: 12.10.2014

Rassismus gegenüber Sinti und Roma: Die Rückkehr der Feindbilder

Zuwandernde Sinti und Roma sind in Deutschland nicht willkommen. Der Berliner Historiker Wolfgang Benz erläutert in einem Artikel für den Tagesspiegel, was hinter den anhaltenden Ressentiments steckt.

Den Sinti und Roma, der größten Minderheit in Europa, begegnet die Mehrheit der Deutschen öffentlich mit unreflektierter Ablehnung – und privat mit Hass. Wie kürzlich eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gezeigt hat, geht die Ablehnung der Sinti und Roma zudem mit stereotypen Vorstellungen über „die Zigeuner“ einher. Traditionell sind das die Klischees vom Nomadenleben, dem Freiheitsdurst, der unbändigen Musikalität und dem Drang, zu stehlen.

Aktuell werden zuwandernden Roma Ängste vor Armutszuwanderung entgegengebracht, mit der eine Ausplünderung der Sozialsysteme verbunden sei. (mehr…)

Die Roma sollen die Stadt verlassen

Kommenden Sonntag finden in Ungarn Kommunalwahlen statt. In der Industriestadt Miskolc haben alle grossen Parteien die Vertreibung der Roma im Wahlprogramm. Die rechtsextreme Jobbik könnte gewinnen.

Sie haben noch einmal Aufschub bekommen. Noch ein halbes Jahr dürfen Sandor Lakatos und seine Frau in ihrer kleinen Wohnung in der nordungarischen Stadt Miskolc bleiben, das hat eine Richterin entschieden. Nächstes Frühjahr aber müssen sie ganz sicher raus. Verständnis für ihre Situation habe die Richterin nicht gezeigt, meint Lakatos: «Sie sagte uns nur, wir sollten hier nicht Theater spielen.» Ihre Nachbarn trafen auf noch weniger Verständnis. Einige wurden bereits aus ihren Wohnungen geworfen, zum Teil mit Polizeigewalt. Anderen droht dieses Schicksal in den nächsten Wochen.

Joszefne Molnar muss am 20. Oktober ihre Wohnung räumen. Aufschub bekommt sie nicht: «Der Beamte herrschte mich nur an, ob ich denn ein Schaf sei, dass ich die Kündigung nicht verstehe.» Molnar hat viel Arbeit und Geld in die Wohnung gesteckt. Die Fenster sehen ziemlich neu aus, der Boden auch. Finanzielle Entschädigung wird sie dafür nicht bekommen. Auch eine andere Wohnung wird ihr von der Gemeinde nicht angeboten. Ihre Anträge blieben unbeantwortet: «Sie wollen uns zu ­Beginn der kalten Jahreszeit einfach auf die Strasse setzen.» (mehr…)

Anti-Roma-Hetze und Eiserne Garde

Die rechtsextreme Organisation Noua Dreapta (ND, Neue Rechte) hat in Timişoara (Temeschburg) ihren traditionellen Fackelmarsch veranstaltet.

Hunderte Mitglieder und Sympathisanten der nationalistisch-orthodoxen ND marschierten am ersten Sonntag im Oktober im historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Banats auf. Offiziell wurde „gegen die von Zigeunern kontrollierte Immobilien-Mafia“ demonstriert.

Bei der Demonstration, die in Folge bereits zum sechsten Mal stattfand, wurden Sprüche wie „Rumänien den Rumänen!“, „Wir wollen keine Zigeunerclans in unseren Städten“ und „Timişoara duldet keine Zigeuner“ skandiert. Einer der Redner auf der Veranstaltung an dem Oktobersonntag war Cătălin Duţă, ND-Vorsitzender in Timişoara. Duţă gehörte am 3. Februar 2013 einer ND-Delegation an, die an einer Kundgebung der griechischen Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“ in Athen teilnahm.

In Rumänien leben offiziell um die 600 000 Roma, die tatsächliche Zahl dürfte aber weit höher liegen. Etwa jeder zweite Rom ist Analphabet. Ein Drittel der Familien lebt in Ghetto-ähnlichen Zuständen und ist bitterarm.

„Zeugen eines nationalen Erwachens“

Die rechtsextreme Noua Dreapta hetzt in perfider Weise gegen das „Zigeunerproblem“. „Wir wollen nichts mehr von einer Romasprache hören“, heißt es in einem programmatischen Text von ND. In Punkt fünf der zehn aufgeführten Ziele wird ein „Verbot der Benennung ‘Roma‘ für Zigeuner“ gefordert. Weiter ist zu lesen: „Wir sind Zeugen eines nationalen Erwachens. Wir wollen … keine gebogenen Nasen und bläulichen Lippen mehr sehen.“

Seit Jahren werden Verbindungen zur NPD und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) gepflegt. Am 13. Mai marschierte Noua Dreapta vor der deutschen Botschaft in der rumänischen Hauptstadt Bukarest auf. Der ND-Vorsitzende Tudor Ionescu übergab einem Vertreter der Botschaft ein Protestschreiben, in dem das angestrebte Verbotsverfahren des Bundesrates gegen die NPD verurteilt wird. Im NPD-Parteiblatt „Deutsche Stimme“ attackierte Ionescu 2007 die Aufnahme Rumäniens in die EU als „Tyrannei“, deren Ziel die „Liquidierung des traditionellen rumänischen Bauerntums“ sei.

„Gegen Homosexualität, für Normalität“

Noua Dreapta versteht sich als „nationale, soziale und christliche Rechte“ sowie als alleinige „Nachfolgerin“ der 1927 von Corneliu Codreanu gegründeten als „Legion des Erzengels Michael“, bekannter unter dem Namen ihres 1930 ins Leben gerufenen paramilitärischen Flügels „Eiserne Garde“. Die rechtsextreme ND war anlässlich des 100. Geburtstags von Codreanu am 13. September 1999 ins Leben gerufen worden. Am 24. Juni 2007 feierte ND in Bukarest das 80-jährige Jubiläum der „Legion“. Als Redner traten auf der Veranstaltung unter anderem der NPD-Spitzenfunktionär Jens Pühse, heute Auslandsbeauftragter seiner Partei, Felipe Perez von der spanischen La Falange, der Grieche George Dimitroulias von Chrysi Avgi und der Franzose Bruno Vendiere für Renouveau Francais (Französische Erneuerung) auf.

Neben ihrer Hetze gegen Roma und der Forderung nach der „Wiedervereinigung“ Rumäniens agitiert die militante ND anti-amerikanisch, betreibt Kampagnen gegen Abtreibung und beschimpft Schwule als „Schande für das rumänische Volk“. Immer wieder marschieren die Rechtsextremisten auch gegen Homosexualität auf. Gebrüllt werden dabei von den Teilnehmern Slogans wie „Homosexuelle auf der Straße, Nutten im Parlament“ oder „Gegen Homosexualität, für Normalität“.

Quelle: Blick nach Rechts
Stand: 10.10.2014

Czech Roma Under the Swastika

Seventy years ago Czech and Slovak Roma embarked on a grim path to nearly complete annihilation. In the spring and summer of 1943, 4,500 Roma were shipped off to the so-called Gypsy camp in Auschwitz: one-third were from camps in Lety and Hodonin, in the south and southwest of the country, and two-thirds were taken from their homes. The fates of local Roma remain one of the least investigated chapters of the war, and one part of this story is completely unknown – that some Roma survived the Nazi attempt at extermination thanks to the help of “white people.”

THE TRAIN THAT LEFT

Even after decades 87-year-old Emilie Machalkova’s voice shakes and tears fill her eyes when she recalls those scenes. The spring sun was not yet very warm when one Monday afternoon she stood, a 16-year-old girl, at the railway station in Nesovice, a village 40 kilometers (25 miles) east of Brno. She, her parents, two brothers, grandmother, and 3-year-old cousin were waiting for a train to take them to the stables of the protectorate police in Masna Street in Brno, where they had been told to report. Nearly all their neighbors accompanied them to the station, Machalkova recalls: all her childhood friends and family friends came. Someone brought a traditional Czech pork dish, others bread. “All of us were crying a lot because we thought that we wouldn’t come back.” (mehr…)

Czech NGO releases exclusive survey by and about Romani women

Research released earlier this month by the Slovo 21 civic association on the position of Romani women in the Czech Republic found that most Romani women consider their children’s education to be very important. More than 600 Romani women were surveyed by the project.

The research endeavors to refute stereotypical notions about Romani people, specifically Romani women, on the basis of data. „The opinion prevails in the Czech Republic that Romani women do not want to educate themselves and work, that they have many children, and that they believe it is not important that their descendants receive a quality education. There was no relevant data to either confirm or deny such claims, which is why we decided to research the actual position of these women in Czech society and in the Romani community and reveal the challenges they face daily,“ the introduction to the study’s final report says.

The analysis of the survey findings was performed by an expert team at the Faculty of Humanities at Charles University in Prague. It shows that Romani women in the Czech Republic want to become educated, want to work, and want quality education for their children. (mehr…)

Vienna names square after Romani celebrity

Earlier this month a square in the Viennese quarter of Neubau was named after one of its celebrated, recently deceased residents, Ceija Stojka. A Romani woman, Ms Stojka survived three concentration camps, lived a travelling lifestyle for years after the war, and made her living as a carpet seller.

At the end of the 1980s she published her autobiography, called We Live in Seclusion – Memories of a Romni, which was published in Czech translation 20 years later by the Romano daniben association in collaboration with the Argo publishing house. In time she became a famous author and painter and was eventually granted an honorary professorship by a government minister.

As part of the „ordination“ of the square, a celebration was held in front of the chruch where Ms Stojka had regularly attended mass. Her relatives read from her books and played Romani songs, while the children in attendance were able to make masks if they felt like it. (mehr…)

Roma woman flees racial attacks in Czech Republic, becomes UK police officer

In Czech society, stereotypes usually put ethnic Roma on the wrong side of the law. In Great Britain, Romani people are offered unsuspected opportunities, and so it is that Dana Ghosh, a Romani woman from the Czech Republic, is in her police uniform for the first time today.

In the English town of Peterborough, Ghosh is expected to mainly serve the large Romani community. Czech Radio reports that her ethnic origin was not important at all when she applied for the prestigious job.

„I liked the idea. I thought about it a lot and ultimately I decided to go for it. The whole process lasted about five months. I learned I got the job a couple of weeks ago. I‘m enthusiastic about it,“ says Ghosh, who is originally from the town of Opava.

Ghosh, who is now a mother of two, left the Czech Republic with her parents and siblings because of racial attacks in 1998 and relocated to Britain. Now the delicate, elegant young woman in her third year of college has become a community police officer.

„I didn‘t say I was a Romani woman during the interview, but I remembered that I speak Romani fluently,“ Ghosh says. Reportedly no one even asked about her ethnic origin.

„I can imagine being useful in that field. I definitely will do my best to help the community and people here as much as possible. Probably the most troubled area, in my opinion, will be Pakistani and Romani relations,“ she says.

Another Peterborough police officer of Romani origin from the Czech Republic, a man, is already working in that area. „I am looking forward to having a colleague here who will be able to shoulder part of my obligations and my work. I will support her however I can so that everyone in the community knows who she is. I believe she really has great potential to change the way the community runs, for people to trust her,“ says officer Petr Torák (pictured above).

„For Dana this is really a chance to become a role model, not just for the Romani community, but generally for the members of all national minorities. When a police officer is directly a member of the community she serves, there’s no language barrier, that’s a big victory,“ says experienced police officer Jim Davies, who also chairs the Gypsy Roma Traveller Police Association.

Source: Romea.cz
Date: 29.09.2014

Kiel: Büro von Sinti und Roma überfallen

In Kiel-Elmschenhagen ist heute Mittag die Landesgeschäftsstelle des Verbands der Sinti und Roma überfallen worden. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord stürmten drei dunkel gekleidete Männer in das Ladenlokal und zerschlugen Computer und Kopierer.

Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord stürmten drei dunkel gekleidete Männer in das Ladenlokal und zerschlugen Computer und Kopierer. Mehrere Arbeitsplätze wurden verwüstet. Es gab keine Verletzten. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher. Ein solcher könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Staatsschutz ermittelt

Zum Zeitpunkt des Überfalls befand sich lediglich ein Mensch in der Geschäftsstelle – Matthäus Weiß, der Landesvorsitzende des Verbands Deutsche Sinti und Roma. Er hielt sich in den hinteren Räumen des Büros auf. Als die Täter ihn bemerkten, flüchteten sie unerkannt. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt.

Quelle: Indymedia
Stand: 30.09.2014



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