Archiv für Mai 2012

16. Mai 1944: Aufstand im Zigeunerlager

Am 16. Mai 1944 erblickt im sogenannten Zigeunerlager von Auschwitz Birkenau ein Kind das Licht der Welt: Edmund Weiss. Auch am Tag zuvor wird dort ein Junge geboren: Oskar Broschinski. Doch die beiden Jungen haben keine Überlebenschance. Mager, klein, untergewichtig – sie bräuchten besondere Fürsorge, aber im „Zigeunerlager“ gibt es kaum Nahrung für sie: Ihre Mütter sind selbst halb verhungert und dem Tode nahe. Es ist, wie für alle Neugeborenen im Zigeunerlager, eine Frage von Stunden, Tagen, höchstens Wochen bis zu ihrem Tod. (mehr…)

Das Bedauern des Bundeskriminalamts

BKA-Chef Ziercke bedauert, dass Sinti und Roma nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter unter Verdacht gerieten. Die Schuld gibt er den Medien.

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, bedauert die öffentliche Falschverdächtigung von Sinti und Roma bei den Ermittlungen im Mordfall der Polizistin Michèle Kiesewetter. „Ich kann Ihnen versichern, dass es im Interesse aller deutscher Sicherheitsbehörden liegt, keine Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht zu stellen“, schreibt Ziercke in einem Brief an den Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, der der taz vorliegt.

Allerdings sieht Ziercke die Schuld, dass die Täter in den Reihen von Sinti und Roma verortet wurden, weniger bei der Polizei als bei den Medien. Sie hätten die Spekulationen in die Welt gesetzt, durch die Sicherheitsbehörden seien sie „nach meinem Kenntnisstand jedoch nicht befördert“ worden, heißt es in dem Schreiben. (mehr…)

Für eine „Offene Stadt Freiburg ohne Abschiebungen!“

An den Oberbürgermeister Herrn Dieter Salomon und an den Gemeinderat der Stadt Freiburg

Für eine „Offene Stadt Freiburg ohne Abschiebungen!“

Mehrfach hat der Freiburger Gemeinderat (GR) Stellung zu den in Freiburg lebenden Flüchtlingen bezogen. 1991 hat er erklärt, wir „treten jedem neuen erwachenden Rassismus entschieden entgegen“. Am 23. September 1999 beschloss der GR die „kommunale Initiative zum Schutz von Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren“. Im September 2000 hat der GR die Aktion „Für eine offene Stadt“ -“Gegen Fremdenhass und Rassenwahn“ ins Leben gerufen. Im Mai 2003 wurde ein öffentliches Hearing zum Thema „Auch Illegale haben Rechte“ durchgeführt. 2005 schloss sich der GR einstimmig dem Manifest des Katholischen Forums „Leben in der Illegalität“ an. Im April 2006 hat sich der GR gegen Abschiebungen von Roma ausgesprochen und dies im April 2010 bestätigt. Am 15. Februar 2011 sprach sich der Gemeinderat im Rahmen der „save me“-Kampagne „für eine weitere regelmäßige Aufnahme von Flüchtlingen“ in Freiburg aus.

Hinsichtlich der etwa 300 Roma – Frauen, Männer mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche – in der Stadt, die momentan nach Serbien, Kosovo oder Mazedonien abgeschoben werden (sollen), fordern wir den GR und den Oberbürgermeister auf, gegen die Abschiebungen politisch eindeutig Stellung zu beziehen. (mehr…)

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Mi, 30. Mai 2012, 19 h Landesmedienzentrum Rotenbergstraße 111 Stuttgart-Ost

Die AnStifter in der DenkMacherei Werastraße 10 D 70182 Stuttgart Bei dem Staffeln
Willkommen Zuhause
Sinti und Roma wurden und werden lebenslang verfolgt.
Das Romanes-Wort Porajmos (auch Porrajmos, deutsch: „das Verschlingen“) bezeichnet den Völkermord an den europäischen Roma in der NS-Zeit und ist Höhepunkt einer langen Geschichte von Diskriminierung und Verfolgung. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Nach unterschiedlichen Schätzungen ist sie bei einer großen Spannbreite jedoch sechsstellig.
Aktuell, mitten in Europa, werden auch heute noch Roma verfolgt, gedemütigt, verletzt, vertrieben, diskriminiert, nicht zuletzt auch von Behörden. Im Frankreich des Sarkosy, in Italien leben sie in Isolation, Unsicherheit und Angst vor Abschiebung, in Ungarn, Rumänien, Tschechien und im Kosovo fehlt ihnen der Schutz der Behörden und der demokratischen Öffentlichkeit.
Aktuell, im März 2012 beschloss der Stuttgarter Landtag die Wiederaufnahme der Abschiebungen von Roma in den Kosovo – denn dort gäbe es keine Diskriminierung von Roma – und somit auch keine Abschiebehindernisse.
Aktuell, heute also, können Menschen in Baden-Württemberg nicht mehr ruhig schlafen, weil sie Angst haben, abgeschoben zu werden, weil sie wissen, daß es im Kosovo keinen Schutz vor rassistischen Übergriffen, vor Verfolgung gibt.
Willkommen Zuhause zeigt, wie „abgeschobene“ Roma im Kosovo leben, wie verunsichert jene sind, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind – und wie sie jetzt, in der neuen Fremde, in Verzweiflung leben…
Willkommen Zuhause von Eliza Petkova (Buch und Regie) Anschließend Gespräch
Eintritt frei – Unkostenbeitrag erwünscht Bitte weitersagen / weitergeben / posten www.die-anstifter.de www.cinemanda.com ViSdP: Peter Grohmann, kontakt@Die-Anstifter.de

Quelle: die AnStifter
Stand: 14.05.2012

Dresden: Proteste gegen Abschiebung

Am gestrigen Dienstag haben über 130 Menschen gegen eine rechtswidrige
Abschiebung in Dresden protestiert. Eine 22jährige Roma aus Zittau
sollte mit ihrem Kind nach Serbien abgeschoben werden. Die anwesende
Polizei reagierte dabei mit völlig überzogener Brutalität auf die
friedlichen Proteste. Einige Personen wurden verletzt.

Im konkreten Fall ließen die Behörden in Dresden die junge Frau eine
sogenannte „Freiwilligkeitserklärung“ unterschreiben. Dabei waren weder
ein Rechtsbeistand noch ein Dolmetscher bei der Unterzeichnung anwesend.
Ihr wurde so wesentlich erschwert, sich mit den Konsequenzen der
Unterzeichnung auseinander zusetzen. Die Unterschrift wurde
offensichtlich auch unter großem Druck erreicht, ihr Bruder wurde unter
menschenunwürdigen Bedingungen von der Polizei inhaftiert, als er sich
weigerte, ebenfalls solch eine Erklärung zu unterschreiben. Nicht
zuletzt mit der Angst, ihr und ihrem Kind könnte ähnliches widerfahren,
stimmte sie zu, mit der Konsequenz, dass ein rechtmäßiges Asylverfahren
wohl nur noch sehr schwer über den Rechtsweg in Deutschland erreichbar
wäre. Die Kosten für die Busreise muss die Frau darüber hinaus
rechtswidrigerweise selber tragen, obwohl sie kaum Geld hat. Bei der
Einreise nach Serbien muss sie sich bei der deutschen Botschaft in
Belgrad melden, in einer Stadt, in der sie keinen kennt, und die 300 Km
von ihrem Heimatort entfernt liegt, und wo ihr dann erstmal ihre Papiere
abgenommen werden. (mehr…)

Neo-Nazis strike Romani activist in the head with cobblestone during Prague demonstration

Roughly 150 supporters of the right-wing extremist Workers‘ Social Justice Party (Dělnická strana sociální spravedlnosti – DSSS) and the Workers‘ Youth (Dělnická mládeže – DM) gathered on 1 May to demonstrate in Prague. The right-wing radicals threw cobblestones and glass or plastic bottles at counter-demonstrators objecting to their neo-Nazism who marched past just after 15:00 near Na můstku street. One of the cobblestones struck a Romani activist from the Hate is No Solution initiative, Jozef Miker. The aggressive neo-Nazis also injured three police officers. One neo-Nazi was arrested for assaulting an officer.

The ultra-right supporters gathered at 14:00 at the bottom of Wenceslas Square, where several people gave speeches. DSSS chair Tomáš Vandas opened the demonstration by criticizing Czech PM Petr Nečas (Civic Democrats – ODS) for preserving his existing cabinet through the support of the Public Affairs (VV) MPs who want to see Deputy Prime Minister Karolína Peake (VV) stay in office. Vandas said the PM would do better to call early elections. He then went on to give his usual remarks, attacking Romani people and also news server Romea.cz. During its on-line reporting of the demonstration in real time, news server iDNES.cz said the DSSS leader made the following deceptive claims: „Tomáš Vandas is criticizing police reform, wiretapping, and says he is bothered by government support for news server Romea.cz.“ (mehr…)

„Zigeuner“ – ein Synonym für Paprika

Wo Paprika drin ist, steht oft „Zigeuner“ drauf. Was in der Lebensmittelindustrie ein Hinweis auf Schärfe und Würze ist, ist für Roma und Sinti eine diskriminierende Assoziation.

Ein Zigeunerschnitzel und ein Glas Wasser, bitte!“ Was für den einen eine ganz normale Bestellung ist, ist für den anderen ein Schlag ins Gesicht. Roma und Sinti lehnen das Wort „Zigeuner“ als rassistische Fremdbezeichnung ab und wünschen sich, dass es aus dem Sprachgebrauch verschwindet. So auch aus den Supermarktregalen und Speisekarten. Doch die Lebensmittelindustrie zieht nicht mit.

Rudolf Sarközi vom Kulturverein österreichischer Roma glaubt daran, dass im Laufe der Jahre zumindest eine Besserung eingetreten ist. Was früher auf fast jeder Speisekarte zu lesen war, sei jetzt eher eine Seltenheit. (mehr…)

Ausstellung erinnert an Leiden der Sinti und Roma während der NS-Zeit

Moringen. „Aus Niedersachsen nach Auschwitz – die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit“ – unter diesem Motto ist im Mai in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Moringen eine Wanderausstellung zu sehen, die über das Schicksal der 27 Sinti- und Romajungen informiert, die im Jugend-KZ Moringen inhaftiert waren.

Wie die anderen Häftlinge waren sie hier völlig entrechtet dem Terror der SS ausgesetzt und mussten bei unzureichender Ernährung und mangelnder Hygiene mehr als zehnstündige tägliche Arbeitseinsätze leisten.

Am 24. März 1943 wurden 21 von ihnen nach Auschwitz deportiert. Die waren im Lager gestorben oder später deportiert worden. Die Ausstellung wurde im Rahmen eines Kooperationsprojektes der KGS und der KZ-Gedenkstätte organisiert.

Die Eröffnungsveranstaltung, die am Donnerstag, 3. Mai, stattfindet und um 15 Uhr in der Mensa der KGS beginnt, soll zugleich erstmalig eine Gedenkveranstaltung für die aus Moringen deportierten Sinti und Roma sein. An diesem Tag ist die Ausstellung öffentlich zu sehen. Weitere Besichtigungen sind bis zum 12. Mai nach Anmeldung möglich. Die Führung durch die Ausstellung übernehmen dann Schüler der zwölften Jahrgangsstufe.

Quelle: HNA
Stand: 26.04.2012

Slovakia: Fascist party head acquires land beneath Romani settlement near Krásná Hôrka castle

The head of the People’s Party „Our Slovakia“ (Lidová strana Naše Slovensko – LSNS), Marián Kotleba, who is notorious for making controversial statements, has now carried out the threats he made to authorities after Krásná Hôrka castle caught fire earlier this year. News server Tvnoviny.sk reports that Kotleba has succeeded in acquiring the land on which the Romani settlement in the village of Krásnohorské Podhradie is located. The settlement is not far from the castle, which is a landmark.

Kotleba has acquired an 800 square meter lot on which three or four illegally constructed dwellings now stand. As of yesterday, he can make use of the land. The previous owner, a village resident, has agreed to transfer it to him. Slovak media are reporting that Kotleba wants to destroy the illegal constructions erected on the land by settlement residents. He has been planning this ever since 10 March when the castle caught fire, allegedly because two Romani children were trying to light cigarettes. (mehr…)

Czech Republic: Romani people attacked and ostracized despite voicing condemnation of recent assault

The recent commission of a violent crime which the Czech media and the victim allege was committed by Romani people has prompted a wave of ostracism among the non-Romani residents of the town of Břeclav. The IQ Roma servis civic association, which works with Romani people in Břeclav, is now speaking up after conducting interviews with many of their adult and child clients, bringing forward the authentic feelings, opinions and testimonies of members of the Romani community about this situation.

Young Romani people in Břeclav are currently being subjected to behavior which they perceive as an assault on their basic human rights, be it when they are online, out in public, or in the schools. Some of them, especially the youngest of them, do not understand the majority society’s behavior and are afraid. The pedagogical staff of IQ Roma servis, who work daily with these youth at a recreational club and during individual instruction, have noted an impact on these children’s basic self-respect and sense of belonging to Czech society as well as their increased anxiety. (mehr…)