Archiv für Juni 2012

Lesetipp: Berliner Zustände 2011 zum Thema Antiziganismus

Das APABIZ und die MBR habe die jährliche Broschüre „Berliner Zustände: Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus & Rassismus“ für 2011 herausgebracht.
In dieser finden sich auch ein Beitrag vom „Forum Antiziganismuskritik“ und ein Interview mit einer Vertreterin der Roma-Selbsthilfeorganisation „Amaro Foro”.
Aus diesen Beiträgen erfährt man, dass die nach Berlin zugewanderten Roma aus Rumänien und Bulgarien zwar EU-Bürger_innen sind, aber erst ab Januar 2014 arbeiten dürfen. Die zugewanderten Roma bzw. ihre Kinder werden in Berlin zum Problem für die Schule gemacht. Dabei verpflichtet das Berliner Schulrecht zum Unterricht aller Kinder im schulpflichtigen Alter.
Das größte Problem der rumänischen und bulgarischen Roma aber ist die fehlende Krankenversicherung, die besonders problematisch für chronisch Kranke und Schwangere ist.

Roma relocation scores Romania mayor a major vote win

Baia Mare mayor wins more votes than any mayor in country

A Romanian mayor, criticised by rights groups for relocating Roma gypsy families and building a concrete wall to separate off a Roma neighbourhood, scored the biggest share of the vote in local elections, official data showed on Thursday.

Catalin Chereches, the incumbent 33-year-old mayor of Baia Mare, won 86 percent in Sunday’s election, which was held just days after local authorities relocated dozens of Roma families to the administrative buildings of a dismantled copper plant.

Rights groups have criticised Chereches’s policies and accused him of trying to set up a ghetto.

They say the construction of the 1.8 metre (six feet) high wall last year between a Roma neighbourhood and a main road amounted to institutional racism and the new housing for relocated families was of poor quality and lacked sufficient kitchens and bathrooms. (mehr…)

Roma moved ‘like pawns on a chessboard’ under Rome’s ’Nomad Plan’

With summer holidays upon them, many school-children in Rome are about to enjoy a few months respite from study.

But for Roma children living in the Tor de’ Cenci camp, on the city’s southern outskirts, the last day of school may instead bring the bitter taste of a forced move and uncertainty about which school will take them next year.

We spent two days in Tor de’ Cenci talking with people living there. Most of them told us they don’t want to leave, but they seem resigned to the fact that the camp will be closed anyway, whether they consent or not.

Tor de’ Cenci is very close to a residential neighbourhood, so for some 15 years Roma living there have enjoyed easy access to basic services such as local doctors’ practices and shops.

And with their children attending local schools they have enjoyed a degree of social inclusion that is rare for Roma communities. (mehr…)

Sinti und Roma in der Berichterstattung: Roma, aber glücklich

Es ist schwierig, über Roma zu schreiben. Meist wird das Klischee des singenden, tanzenden Armen kolportiert. Oder es geht um Missstände. Eine Betrachtung.

Als ich neulich Roma-Dörfer in der Ostslowakei besuchen wollte, war mir schon vor Beginn der Reise fast klar, dass es unmöglich sein würde, über Roma in Mitteleuropa zu schreiben. Jetzt, nach meiner Rückkehr, bin ich mir sicher: Es ist unmöglich.

Zum einen ist das Thema wie ein Minenfeld. Es ist höllisch schwierig, Stereotype und Klischees zu umgehen. Zwar wusste ich das schon, bevor ich mit Kristina Magdolenova vom Roma Media Center in Kosice, Slowakei, gesprochen habe. Trotzdem bestätigte sie meinen Verdacht nachdrücklich.

Dass Roma in einem Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit und Verelendung gefangen seien, ist das erste und wirkungsvollste Klischee. Ausländische Journalisten tappen leicht in diese Falle, weil sie explizit nur die notleidenden Roma aufsuchen – sei es in den Plattenbauten in Kosice, in der Gemeinde Shutka in Skopje oder in den Tausenden anderen Armutsvierteln, die es in Mitteleuropa gibt.

Wer allerdings über die Not hinausschaut, findet viele integrierte Roma aus der Unter- und Mittelschicht, die es aus dem Getto herausgeschafft haben. Wer schreibt über sie? Niemand. Es wäre schließlich nicht fesselnd genug. (mehr…)

Amoklauf heizt Stimmung gegen Roma an

Ein Polizist tötete in der Slowakei drei Menschen, vermutlich Roma. Mit den Opfern gibt es wenig Mitleid.

Die Wahnsinnstat eines Polizisten heizt in der Slowakei die brodelnde Anti-Roma-Stimmung weiter auf. Die verschlafene Kleinstadt Hurbanovo in der Südslowakei, die einen hohen Anteil an Minderheiten (vor allem Ungarn und Roma) hat, war am Samstag Schauplatz eines blutigen Amoklaufs geworden: Ein Stadtpolizist schoss mit einer illegalen Waffe außer Dienst fünf Menschen nieder. Drei waren auf der Stelle tot, zwei wurden schwer verletzt.

Obwohl es deutliche Hinweise gibt, dass es sich bei den Opfern um Roma handelt, wollten die Behörden nichts von einem rassistischen Motiv wissen: Dagegen spreche, dass Opfer und Täter derselben Nationalität angehörten – und zwar der ungarischen. (mehr…)

Extremist Plans To Destroy Roma Settlement

In March, head of the extreme People’s Party-Our Slovakia (LS-NS), Marian Kotleba, announced his plan to get rid of land-squatting Roma families by buying or acquiring the land they had erected their shanty houses on and then tear them down.

Kotleba now plans to go ahead with the move, after being donated around 800 m2 of land under a Roma settlement in Krasnohorske Podhradie. The nearby Krasna Horka castle was recently partially burned down by a fire, with blaming fingers being pointed at Roma children from the settlement of around 800 people.

The settlers say they are willing to sit round the table with the new owner and discuss the option of buying the land off him, says community head Ludovit Gundar, possibly naive to what is going on, as the original owner also refused to sell the land to them, donating it instead to Kotleba.

Over the past year in Slovakia there have been several cases of Roma settlements being razed to the ground by local authorities as well, something that Amnesty International drew attention to recently. In Kosice 80 Roma were moved into tents after they had their homes crushed in May of last year, then in June the town of Ziar nad Hronom did the same, moving the unsettled dwellers into porta-cabins. A similar fate currently hangs over around 90 families in Plavecky Stvrtok near Bratislava.

Source: The Daily.sk
Date: 12.06.2012

Roma in der Slowakei: Hinterhältiges Geschenk

Zwei Roma-Jungen zünden ein historisches Gebäude im Osten der Slowakei an, das Bauwerk wird schwer beschädigt. Aus Rache will ein ortsansässiger Rechtsextremist Hunderte Roma nun von einem Grundstück verjagen – dessen Besitzer hat es ihm eigens dafür überlassen.

Erst brannten einzelne Grasbüschel, dann entzündete sich der Burghang, schließlich das ganze Schindeldach. Zum Schluss war der Dachstuhl samt Glockenturm zerstört, die Burganlage schwer beschädigt. Die mutmaßlichen Missetäter: zwei Buben von elf und zwölf Jahren, die Anfang März heimlich unterhalb der gotischen Burg Krásna Hôrka in der Ostslowakei geraucht hatten. Die beiden Jungen sind Roma, ihre Familien leben in einer illegalen Siedlung nahe der Burg.

Die Empörung der Anwohner war groß, denn das historische Bauwerk, malerisch auf einer Hügelkuppe gelegen, gilt als Touristen-Magnet und als nationales Prunkstück in dieser armen, von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Gegend. Wenn es nach dem bekannten Rechtsradikalen Marián Kotleba geht, dann wird der Brand schon bald gerächt: Er will die beiden Roma-Jungen samt ihren Familien und etwa 900 Roma aus ihren Hütten unterhalb der Burg vertreiben. (mehr…)

Antiziganistischer Stinkstiefel für den Juni 2012

Der Antizig-Watchblog verleiht seit dem Dezember 2011 im monatlichen Turnus die Negativ-Auszeichnung „Antiziganistischer Stinkstiefel. Diese Auszeichnung geht an Personen des öffentlichen Lebens, Organisationen oder andere Institutionen, die sich öffentlich besonders antiziganistisch geäußert haben oder ein antiziganistisches Klischee bedient haben.
Aufstrich
Für den Juni 2012 geht diese Auszeichnung an die Firma „Wojnar’s“, die einen Brotaufstrich namens „Zigeuner“ herausgebracht hat.
Etwas ignorante Leute mögen hier einwerfen, es gäbe ja auch „Deutschländer“, „Amerikaner“ und „Hamburger“. Aber das sind ganz normale Bezeichnungen für Bevölkerungsgruppen und keine Begriffe, die die Mehrheit der Bezeichneten als krasse Beleidigungen empfindet.

Antiziganistischer Stinkstiefel für den Mai 2012

Der Antizig-Watchblog verleiht seit dem Dezember 2011 im monatlichen Turnus die Negativ-Auszeichnung „Antiziganistischer Stinkstiefel. Diese Auszeichnung geht an Personen des öffentlichen Lebens, Organisationen oder andere Institutionen, die sich öffentlich besonders antiziganistisch geäußert haben oder ein antiziganistisches Klischee bedient haben.
Antiziganismus bei Kopp-Online
Für den Mai 2012 geht diese Auszeichnung an den Rottenburger Kopp-Verlag, der in Buch- und Onlineform sich immer wieder in antiziganistischer Hetze ergeht. Hier zeichnet sich besonders der Kopp-Autor Udo Ulfkotte aus, der über auch sonst gegen Minderheiten rassistisch hetzt.

»Das Denkmal bedeutet ein großes Stück Verantwortung«

Der israelische Künstler und Bildhauer Dani Karavan hofft, dass das von ihm entworfene Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma noch in diesem Jahr fertiggestellt wird, und kritisiert die schleppende Zusammenarbeit mit dem Bauministerium in Berlin.

1992 beschloss die Bundesregierung den Bau eines nationalen Denkmals in Erinnerung an die Ermordung der europäischen Sinti und Roma. Das Denkmal des israelischen Künstlers Dani Karavan soll im Tiergarten errichtet werden und besteht aus einem Brunnen mit einer versenkbaren Stele, auf der täglich eine frische Blume liegt. Es wird durch Texttafeln ergänzt, die über Ausgrenzung und Massenmord an den Sinti und Roman während des Nationalsozialismus informieren.

Dani Karavan, 1930 in Tel Aviv geboren, realisierte weltweit zahlreiche spektakuläre Kunstwerke, die der Land Art zugerechnet werden, darunter die Straße der Menschenrechte als Kunst am Bau des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. (mehr…)