Archiv für Juli 2013

Duchcov (CZ): Antiziganistische Ausschreitungen

Am vergangenen Samstag versammelten sich in der tschechische Kleinstadt Duchcov bis zu 1.000 Personen zu einem antiziganistischen Aufmarsch, der durch die Neonazipartei DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti) organisiert wurde. Es war bereits der zweite Aufmarsch binnen weniger Wochen. Schon am 29. Mai waren etwa 500 Menschen nach einem Angriff auf ein junges Paar durch mehrere Personen auf die Straße gegangen. Nur wenige Minuten nach Beginn des Aufzugs vom Samstag versuchten Nazis die Route zu verlassen und zu einer Gegenkundgebung vorzudringen. Dort hatten sich etwa 200 Personen versammelt, um gegen Antiziganismus, Rassismus und Faschismus Stellung zu beziehen. Die Polizei reagierte auf die Angriffe der Neonazis mit Tränengas- und Wasserwerfereinsatz, die anschließenden Auseinandersetzungen zogen sich über mehrere Stunden hin. Erst am frühen Abend beruhigte sich die Situation in der nur 70 Kilometer von Dresden entfernten Stadt wieder.

Mit der Gegenkundgebung unter dem Motto “Heraus aus dem Schlamm” (Čhikatar het/Z bahna ven) hatte der Tag friedlich begonnen. Verschiedene Initiativen mobilisierten zum Straßenfest und etwa 200 Personen folgten bis zum Mittag dem Aufruf. Mit einem Musik- und bunten Rahmenprogramm wurde gegen die DSSS-Demonstration und den um sich greifenden Antiziganismus protestiert. Die Versammlung fand in einem von vielen Roma bewohnten Viertel statt, um einen Ort zum gegenseitigen Austausch zu schaffen und gleichzeitig den antiziganistischen Mob auf Distanz zu halten. Neben den AnwohnerInnen und Antira-AktivistInnen kam auch der Europaparlamentarier der kommunistischen Partei, Jaromír Kohlíček, zu Wort. Er mahnte Toleranz an, thematisierte aber auch die systematische Benachteiligung von Roma in Tschechien. Im Vorfeld der Kundgebung erklärte Monika Šimůnková,die Menschenrechtsbeauftragte der tschechischen Regierung, dass sie das Anliegen der protestierenden unterstützt. Ein Novum, denn bisher wurden ähnliche Veranstaltungen in der tschechischen Öffentlichkeit und Politik kaum oder gar nicht beachtet. Auch die tschechischen Grünen bekundeten in einem Statement ihre Solidarität mit der Kundgebung. (mehr…)

Straßenschlacht in Tschechien: Pogromstimmung gegen Roma

Ein Gerangel auf einem Spielplatz in Budweis verursacht eine Schlägerei zwischen Roma auf der einen und Nazis auf der anderen Seite.

Zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen hat am vergangenen Wochenende im südböhmischen Budweis (Ceske Budejovice) ein Spielplatzgerangel zwischen Kindern geführt. Angeführt von einer Gruppe Neonazis sind rund 1.000 Menschen am Samstagnachmittag auf das Budweiser Plattenbauviertel Máj marschiert.

Die „anständigen“ Menschen, wie sich die Demonstranten selbst bezeichneten, hatten nur ein Ziel: es den Roma des Viertels mal richtig zu zeigen.

Dort entwickelte sich die Demonstration in eine Straßenschlacht. Angefeuert von den „anständigen“ Menschen griffen Neonazis mit Steinen und Molotowcocktails die Polizisten an, die eingreifen mussten, um Lynchmorde zu verhindern. Insgesamt 10 Leute wurden verletzt, 30 verhaftet.

Direkter Auslöser der Protestaktion vom Samstag war ein Sandkastenstreit am Tag zuvor gewesen. Auf einem Spielplatz des Viertels Máj hatte ein Roma-Kind ein „weißes“ Kind geschubst, laut Zeugen sollen auch Schläge ausgeteilt worden sein.

Aus einem Wortgefecht der herbeigeeilten Mütter wurde dann schnell eine Schlägerei, an der zum Schluss fünf Frauen und drei Männer beteiligt waren. Für Empörung sorgte besonders, als eine hochschwangere Frau von Roma geschlagen wurde. „Wenn ich dich nachts treffe, bist du tot“, soll einer der Angreifer der Frau gedroht haben.

Angst und Schrecken

Wie in vielen Vierteln tschechischer Kleinstädte brodelt es auch im Budweiser Máj-Viertel schon länger. Als Grund wird vor Ort immer wieder eine kleine Gruppe aggressiver Roma angegeben, die aus Kindern und Jugendlichen bestehe und das Viertel in Angst und Schrecken halte.

Daher haben sich im vergangenen Jahr bereits Bewohner des Viertels in einer Petition hilfesuchend an die Stadt gewandt und sich über den Lärm und die Aggressivität einiger Roma im Viertel beschwert. Vor allem die Spielplätze seien zum sozialen Brennpunkt des Viertels geworden, so die Petition. Roma-Kinder würden „weiße“ Kinder schlagen, sie nicht oder nur gegen „Schutzgebühr“ auf die Spielplätze lassen.

Die Bewohner des Viertels seien zudem immer wieder Bedrohungen ausgesetzt, man würde Sprengsätze unter ihre Autos legen oder ihre Hunde töten. Bislang war aber allen mehr oder weniger klar, dass diese Bedrohungen nur von ein paar Einzelpersonen ausgingen.

Lösungsvorschläge kamen zu spät

„Unter den Unterzeichnern unserer Petition sind auch Roma, denen die Situation im Viertel nicht egal ist“ sagte die Initiatorin des Protestbriefs, Monika Styfalova.

Noch am Samstagvormittag hatten die Roma des Viertels in einem Nachbarschaftsfest ihre Bereitschaft erklärt, die angespannte Situation im Viertel zu lösen. Ein Ansatz sei es, so waren sich die Redner einig, Roma-Wachtmeister im Viertel auf Streife zu schicken.

Ein paar Stunden später war klar, dass es für derartige Lösungsvorschläge zu spät zu war: Die Teilnehmer des Roma-Straßenfestes mussten von der Polizei vor dem Lynchmob geschützt werden, die am liebsten alle Roma „geklatscht“ hätten, wie sie in ihren Slogans verrieten.

Quelle: TAZ
Stand: 01.07.2013

Sinti und Roma beklagen Vorurteile

Tiefsitzende Vorurteile gegen „Zigeuner“ gibt es in ganz Europa – Deutschland macht keine Ausnahme.

Vertreter der deutschen Sinti und Roma haben gefordert, die anhaltende Diskriminierung der Minderheit auch in Deutschland anzuerkennen. Anlässlich der Vorstellung einer Untersuchung zu antiziganistischen Vorurteilen am Mittwochabend in Berlin sagte Daniel Strauß, der Vorsitzende des Landesverbands in Baden-Württemberg, es gebe bisher nicht einmal ein Bewusstsein dafür, dass es Antiziganismus sei, tiefsitzende Vorurteile gegen „Zigeuner“, der sie sie von Bildung, Arbeit und dem Zugang zu Wohnungen und Gesundheitsvorsorge ausschließe. Solange das so sei, sei „auch keine Strategie dagegen möglich“.

Die EU-Kommission hatte Stunden zuvor der Roma-Politik der EU-Mitglieder ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt; es seien kaum Ergebnisse zu sehen, sagte Justizkommissarin Viviane Reding. Deutschland macht demnach keine Ausnahme: Bis auf den Punkt „Bereitstellung von Mitteln für Regionen und Kommunen“ verzeichnet Brüssel auf keinem Feld Fortschritte in der Umsetzung jener Roma-Strategie, auf die sich Deutschland wie die anderen EU-Länder verpflichtet hat. Dies sei eine „Schande“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. Lob aus Brüssel gab es für Initiativen einzelner Bundesländer, zum Beispiel für den Berliner Aktionsplan und für Schleswig-Holstein, das einen Staatsvertrag mit Sinti und Roma abgeschlossen hat. Baden-Württemberg will demnächst folgen.

In seinem Gutachten „Antiziganismus. Zum Stand der Forschung und der Gegenstrategien“ hat der Berliner Wissenschaftlers Markus End eine weite Verbreitung von Negativbildern gegen Europas größte Minderheit analysiert. Das Zigeunerstereotyp sei „nahezu durchgesetzt“ sagte er. Zugleich werde „vollkommen übergangen“, dass nicht nur auf dem Balkan, sondern auch hierzulande Menschen verletzt würden, weil sie Sinti und Roma sind. „Das erreicht hier nur die Lokalnachrichten.“ Gewalt in Ungarn sei auch Thema großer deutscher Blätter.

Auch sonst ist die Lage von Sinti und Roma unverändert dramatisch. Einer eigenen Umfrage zufolge – offizielle gibt es nicht – waren zehn Prozent der 14- bis 25-Jährigen und 40 Prozent der über 51-Jährigen nicht einmal in der Grundschule. Ein Drittel der Minderheit, darauf wies Strauß in Berlin hin, leben nach wie vor in Ghettos.

Quelle: Der Tagesspiegel
Stand: 27.06.2013

Neonazis stürmen Wohnviertel, um Roma zu lynchen

Ausnahmezustand im tschechischen Budweis: Neonazis, angefeuert von „anständigen“ Bürgern, verwandeln ein Neubauviertel in ein Schlachtfeld. Sie rufen „Sieg Heil!“ und wollen Roma „aufklatschen“.

Der Superstar der tschechischen politischen TV-Moderatoren, Vaclav Moravec, lud Sonntagmittag wieder die geballte Prager Politprominenz ins öffentlich-rechtliche Fernsehen. Der von Präsident Milos Zeman mit der Bildung einer Übergangsregierung betraute Premier Jiri Rusnok musste zum wiederholten Mal erläutern, welche Vorstellungen er hat, und wie schwer es ihm fällt, geeignete Minister zu finden. Die Sendung „Fragen von Vaclav Moravec“ hat jeden Sonntag Rekordeinschaltquoten.

Halb Tschechien verfolgt sie. Eigentlich eine gute Gelegenheit, auch zu wirklich wichtigen Themen Stellung zu beziehen. Moravec, eine Institution in Tschechien, auf die man hört, verpasst sie einmal mehr. Er hätte die Sendung mit einem Appell beginnen können an seine Landsleute. Einen Appell, dass es jetzt genug sei. Dass es nicht angehe für ein demokratisches Land, dass Woche für Woche Neonazis durch die Gegend ziehen, um Roma-Mitbürger zu lynchen.

Schauplatz eines solchen Aufmarschs am Tag zuvor war Ceske Budejovice (Budweis) in Südböhmen. Mehrere hundert Neonazis waren in die malerische Stadt gekommen, um Roma „aufzuklatschen“. Sie stellten sich an die Spitze eines Protestzuges aufgebrachter Budweiser, die immer wieder Probleme im Zusammenleben mit den Roma beklagen. Der jüngste Anlass war völlig nichtig: zwei Kinder, ein Roma-Kind und eines von „weißen“ Tschechen, waren beim Spielen in einer Sandkiste in Streit geraten, um eine Schippe oder ein Backförmchen. Daraus entwickelte sich ein Wortwechsel der Mütter. Im Nu kamen Dutzende Menschen hinzu und pöbelten die Roma-Mutter an. Aus Prinzip.

Macht derlei die Runde im Land, ist es ein gefundenes Fressen für die Neonazis. Im vergangenen Jahr waren sie regelmäßig im Schluckenauer Zipfel an der Grenze zu Sachsen aufmarschiert. Vergangenes Wochenende tobten sie sich in Duchcov (Dux) aus, jenem Örtchen, in dem der venezianische amouröse Schriftsteller Giacomo Casanova im 18. Jahrhundert seine letzten Lebensjahre verbracht hatte. Jetzt also Budweis.

Neonazis verwandeln Neubauviertel in Schlachtfeld

Das Neubauviertel, in dem 22.000 Menschen leben, darunter nur ein paar Dutzend Roma, glich am Samstagnachmittag einem Schlachtfeld. Hunderte Rechtsradikale lieferten sich mit der Polizei eine massive Straßenschlacht. Die Rechtsradikalen warfen Pflastersteine, zündeten Müllcontainer an und schoben die in Richtung der Polizei.

Dazu brüllten sie Anti-Roma-Parolen wie „Zigeuner ins Gas!“. Die Polizei setzte Tränengas ein, versuchte, die Menge zurückzudrängen, die in das Viertel einzudringen versuchte, um die Roma dort zu lynchen. Angefeuert wurden die Rechten durch „anständige“ Tschechen, die jeden Angriff der Neonazis auf die Polizei mit Johlen und Beifall bedachten. Die Polizei nahm mehrere Neonazis fest. Es gab Verletzte auf beiden Seiten und erheblichen Sachschaden.

Der Bürgermeister von Budweis hat sich am Sonntag über die Polizei beschwert. Sie hätte sofort eingreifen müssen, als die Rechten mit erhobenem rechten Arm und „Sieg heil“-Rufen durch die Stadt marschiert wären. Die Polizei habe zudem die Ankündigungen der Neonazis auf Facebook ignoriert, in die Stadt zu kommen, um Randale zu veranstalten.

Außenminister Schwarzenberg stellt Werte infrage

Der einzige Politiker in Prag, der sich in jüngster Zeit zu den Rechtsradikalen geäußert hatte, ist Präsident Milos Zeman. Er verwies darauf, dass er nicht ohne Grund schon in seiner Einführungsrede bei seinem Amtsantritt auf die wachsende Gefahr von Rechts aufmerksam gemacht habe. Tschechien müsse sich diesem Problem dringend stellen, mahnte der Präsident.

Der noch amtierende Außenminister Tschechiens Karel Schwarzenberg hatte am Wochenende Zweifel geäußert, dass Tschechien mehr als zwanzig Jahre nach der Revolution wertemäßig schon im Westen des Kontinents angekommen sei.

Auf Facebook erntete der Minister dafür einen shitstorm. Die Leute, die ihn angriffen, waren am Ende genau jene, die die Ereignisse in Budweis auf Facebook mit keinem Wort kommentierten.

Quelle: Die Welt
Stand: 30.05.2013

Czech Republic: „White“ aggressor brutally beats up two Romani women, one of them disabled, in the Šluknov foothills

Sisters Božena and Marcela Demeterová paid a cruel price for going to a restaurant last Friday evening in the town of Mikulášovice not far from Rumburk in the Šluknov foothills. The pair were slowly heading home when they were brutally assaulted outside by a young „white“ man. Robert Ferenc of the Čačipen association in Krásná Lípa brought the case to the attention of news server Romea.cz.

When Božena Demeterová left the restaurant, she looked for her sister Marcela. „A man we know was sitting out there. He first started shouting something at me, then he kicked me from behind and when I fell he kept kicking me. Then Marcela ran over to protect me and he slapped her. I don‘t know what else he did to her, I didn‘t see the whole thing because I was still trying to get up. Some guys standing a little way off started yelling at him, asking him what he was doing. He got scared and started running into the park. Marcela threw a rock at him and ran after him. He was waiting for her and he hit her with a board from a fence,“ she told news server Romea.cz.

Libor Bílý, who was an eyewitness to part of the incident, described what happened as follows: „Božena came out of the pub and called ‚Marcela, where are you?‘ That boy was there and he started shouting at her, ‚What are you doing yelling here, you black pig?‘ and he kicked her from behind. When she fell to the ground, he kept kicking her. Marcela ran up and started arguing with him. The boy took a running start at her and sharply kicked her in the chest area. I started yelling at him, asking how he could do that to a woman, and I ran over there. He started running away and Marcela and I started chasing him. I had to stop for a moment because I couldn‘t breathe. A second later I heard screaming. When I caught up with her, Marcela was lying on the ground in a pool of blood and a wooden plank from a fence was lying beside her.“

Police have also confirmed the assault took place. „On 23 June police arrested a 20-year-old man for committing physical assault against a woman in Mikulášovice. He currently faces charges of battery,“ Petra Trypesová, spokesperson for the police in Děčín, told news server Romea.cz.

Božena Demeterová, who was assaulted by the „white“ aggressor first, suffered many bruises and a great deal of pain. The assailant’s first target is also a person living with disabilities. She suffered polio as a child. One arm and one leg are shorter than the others and have less range of motion, and she walks with great difficulty. She carries a state identification card of the ZTP/P type („especially severely disabled requiring an attendant“).

Božena’s sister Marcela, who tried to protect her, ended up in worse shape than she did. „She’s in the hospital in Ústí nad Labem and is waiting to have her broken jaw operated on. She also has a broken collarbone and other injuries,“ her son Zdeněk Demeter told news server Romea.cz.

„That guy is a drug addict and he was drunk, that’s probably why he snapped,“ Zdeněk Demeter said of the aggressor. News server Romea.cz will report further information on this case as it becomes available.

Source: Romea.cz
Date: 24.06.2013

Antiziganismus in München

Vielen Dank für diese zugesendeten Beiträge:

“Großfamilie am Feringasee”: Antiziganismus über die Bande?

Das Label funktioniert: “Sie gehören zu einer Großfamilie in Berg am Laim”

Roma Stand Against Prejudice in Hungarian University

Two people of Roma origin and an activist who fought a two-year battle to ban course material they found racially offensive at one of Hungary’s most respected universities have finally won an apology and the promise of a scholarship for a Roma student.

A Macedonian former student at Hungary’s Corvinus University and another Roma student from Moldova and the Hungarian activist joined forces to complain about anti-Roma comments one of them discovered in a university course book at Corvinus.

Initial complaints in 2011 from Macedonian Nadir Redzepi fell on deaf ears at the university, which said the book’s author no longer worked there and that it wasn’t used. A later complaint to Hungary’s equal treatment authority was also rejected.

Mr. Redzepi then joined with Cristina Marian, a Moldovan law student at the Central European University, and her teacher Peter Molnar, who is also Mr. Redzepi’s legal representative and an activist. Together they sought an apology from the author but only got one from the university’s vice president earlier this month.

”This is just the first step in our efforts to increase the number of Rome people teaching and studying at universities, to put an end to discrimination and to widen the representation of the diverse Roma culture,” Mr. Molnar said.

The Roma make up Europe’s largest minority with a population of 12 million. Prejudice and anti-Roma attitudes are widespread in central and eastern Europe, which have included attempted segregation in schools.

Vice President Zoltan Szanto said the university will offer a new scholarship to a Roma student starting in September for a Master of Arts degree in sociology. It will also include Roma mentorship on its curriculum to raise awareness and fight prejudice.

“People aren’t used to challenging things like that. I’d like to set an example: let’s show that it can be done, so that others can do it next time,” Mr. Redzepi said.

Mr. Redzepi, now a project manager at the Open Society Institute, was pleased with the university’s action but has pledged with Ms. Marian and Mr. Molnar to continue their fight. An appeal against the equal treatment authority’s rejection of the complaint was made and the team ready to go to the European Court of Human Rights.

“We want to give courage to all Roma students and teachers to stand up for their rights in similar cases,” Ms. Marian said.

Source: Wall Street Journal
Date: 14.06.2013

Rassistischer Shitstorm gegen Roma-Familie mit Fünflingen

Internetforen tschechischer Medien mussten wegen Hasspostings gesperrt werden – Keine Reaktion der Politik

Als die 23-jährige tschechische Romni Alexandra K. Anfang Juni gesunde Fünflinge zur Welt brachte, war es eine kleine Sensation. Noch nie zuvor waren in Tschechien Fünflinge ohne künstliche Befruchtung geboren worden. Die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Fünflingsschwangerschaft wird auf eins zu 50 Millionen geschätzt – dementsprechend groß war die Aufmerksamkeit. Tschechische Medien feierten die junge Familie und organisierten Spenden für die aus armen Verhältnissen stammenden Eltern.

Noch liegen die fünf Geschwister – vier Buben und ein Mädchen – in Brutkästen eines Krankenhauses in Prag, bald sollen sie die Intensivstation aber verlassen dürfen. Die Eltern sehen sich indes zunehmend mit rassistischen Beschimpfungen und Kommentaren auf Internetseiten und in Social-Media-Foren konfrontiert. Mehrere Nachrichtenportale haben deshalb die Postingforen zu Berichten über die Fünflinge gesperrt, schreibt die Roma-Nachrichtenseite romea.cz.

„Sozialhilfe-Jackpot“

Rechtsradikale Facebook-Gruppen mit Namen wie „Nation in Gefahr“ schäumten in kürzester Zeit vor rassistischen Beschimpfungen über. Romafeindliche Kommentare tauchten aber auch umgehend auf Seiten von Mainstream-Nachrichtenportalen auf. „Warum die Aufregung? Das sind keine Tschechen, das sind Roma“, war auf novinky.cz zu lesen. „Man sollte die ganze Familie nach Indien zurückschicken!“

Zahlreiche Leser unterstellten den Eltern, sie hätten die Fünflinge absichtlich gezeugt, um mehr Kindergeld beziehen zu können. Roma würden von Natur aus nicht arbeiten, sondern lieber Kinder bekommen. „Fünflinge? Das ist für die ein Sozialhilfe-Jackpot“, war im Forum der großen Nachrichtenseite idnes.cz zu lesen.

Boykott-Aufrufe gegen Unterstützer

Die 23-jährige Mutter zeigte sich fassungslos über die Äußerungen. „Niemand kann Fünflinge planen. Wir wollten einfach ein Geschwisterchen für unseren Sohn“, sagte sie der Zeitung „Pravo“. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass sie sich und ihre Familie nun verteidigen müsse.

Auch Unterstützer der Familie waren Drohungen und Beschimpfungen ausgesetzt. So wurde zum Boykott des Unternehmens Daniela Company aufgerufen, das der Familie zwei Kinderwägen gespendet hatte. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens seien Anfeindungen und rassistische Kommentare gepostet worden, berichtete die Geschäftsführerin Daniela Caltová. „Zuerst war ich überrascht und dann nur noch traurig“, sagte Caltová zu romea.cz. Sie sei von den romafeindlichen Reaktionen schockiert.

Foren gesperrt

Inzwischen haben zahlreiche tschechische Medien auf die rassistischen Äußerungen reagiert. In vereinzelten Zeitungskommentaren wurden die Beschimpfungen scharf verurteilt, große Nachrichtenportale wie aktuálně.cz und idnes.cz sperrten die Kommentarfunktion zu betreffenden Berichten. Von politischer Seite gab es zu den Vorfällen bisher keine Stellungnahme.

Quelle: Der Standard
Stand: 11.06.2013