Eine (unvollständige) Chronologie antiziganistischer Vorfälle im Ausland seit den 1980ern
25.08.1977: Am 25. August 1977 begingen die zwei Mitglieder der extrem rechten „Organisation Ludwig“ am Stadtrand von Verona in der Siedlung „Weiße Gans“ einen Mord an dem drogenabhängigen Sinto Guerrino Spinelli (33). Sie setzten den alten Alfa Romeo, in dem das Opfer übernachtete, mit vier Molotowcocktails in Brand. Das Opfer starb eine Woche später an den schweren Verbrennungen.

1980er: Aus Polen flohen in den 1980er Jahren mindestens 2.000 Roma nach Schweden. Allein 1982-86 wurden 500 Roma nach Aberkennung der Staatsbürgerschaft mit Schiffen nach Schweden deportiert. Die Gomulka-Regierung machte in den 1970ern neben den Juden auch die Roma für wirtschaftliche Probleme verantwortlich. Das führte zu Ausschreitungen gegen Roma-Siedlungen, in Konin (Mittelpolen) z.B. kam es zu Brandstiftungen.

1987: Der junge Sinto Janko Lauenberger wuchs in der DDR auf. Von den Kindern wurde er beschimpft. Am 18.11.1987 verfügte ein DDR-Jugendhilfsausschuss die Einlieferung des 11jährigen Jungen in ein Spezialkinderheim nach Bad Langensalza.

1989: Eine 1989 veröffentlichte Meinungsumfrage unter Mitgliedern der ungarischen KP im Bezirk Borsod ergab, dass zehn Prozent der Parteimitglieder eine „Endlösung” der Zigeunerfrage für wünschenswert halten, das heißt Sterilisation oder physische Vernichtung.

1990: Im Jahr 1990 wird in Sfintu Gheorghe (Rumänien) eine Mauer gegen die Roma-Minderheit errichtet.

Juni 1990: Im Juni 1990 greifen vom lliescu-Regime nach Bukarest gerufene, um die Demonstrationen für Demokratie auf dem Universitätsplatz zu zerschlagen, Bergarbeiter „nebenbei“ die Romaviertel der Hauptstadt an.

Juli 1990: Im Juli 1990 wurde in Tschechien ein türkischer Staatsbürger von 23 Menschen angegriffen und mit Ketten und Baseballschlägern zu Tode geprügelt; wahrscheinlich, weil er mit einem Roma verwechselt wurde.

09.10.1990: Am 8. Oktober 1990 greifen in Mihail-Kogalniceanu (Rumänien) NationalistInnen die Häuser von 150 Roma an, die mit Strohballen und Dieselöl in Brand gesteckt wurden.

1992-1995: Im bosnischen Bürgerkrieg kommt es auch zu Morden an der Roma-Minderheit und zu Vertreibungen. Zudem wurden Roma in Internierungslagern gefangen gehalten wurden. Unter anderem wurden in Srebrenica 1995 beim Fall der Stadt 70 Roma Opfer eines Massakers durch serbische Milizen. Auch 1995 wurden im Dorf Skelani nahe Srebrenica 50 Roma durch serbische Milizen ermordet. Weitere Massaker fanden in den Roma-Siedlungen Bjelovac (Bratunac), Drinjaca und Potocari statt.
In Miljkovci bei Doboj befand sich ein Internierungslager, in dem mehr als 300 Roma gefangen gehalten wurden.
In Bijeljina waren Roma 1992 die ersten Opfer der serbischen Milizen, es kam zu mehreren Morden.

12.06.1992: Am 12. Juli 1992 werden in Skočić (Ost-Bosnien) durch serbisch-nationalistisches Paramilitärs angeführt von Sima Bogdanović („Der Tschetnik“) 22 Roma-Bewohner ermordet.

29.10.1992: Am 29. Oktober 1992 attackierte eine Gruppe von Student_innen der Lovech-Sportschule in Bulgarien drei Roma in einer Diskothek. Drei Tage später starb ein Rom an einer durch die Schläge verursachten Gehirnblutung.

Winter 1992/93: Im Winter 1992/93 wurde bettelnde Roma-Straßenkinder von Student_innen einer Elite-Hochschule in Sofia (Bulgarien) systematisch verprügelt.

1993: Bei einer Umfrage in England gaben im Jahr 1993 zwei Drittel der englischen Bürger an, eine Nachbarschaft von „gypsies“ abzulehnen

September 1993: Im September 1993 wurden bei einem rumänisch-nationalistischen Pogrom in dem Dorf Hadareni (Rumänien) mit polizeilicher Duldung drei Roma ermordet, 13 Häuser niedergebrannt und die restlichen Roma vertrieben. Eine Strafverfolgung blieb aus, die Polizei schaut tatenlos zu.
Die Strafanzeigen der Roma wurden jahrelang nicht bearbeitet und somit die Aufklärungsarbeit erschwert. Auch mit internationaler Hilfe wurde der Fall im Jahre 2005 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verhandelt. Dieser verurteilte den rumänischen Staat, weil er „Lynchjustiz gegen Roma Vorschub leistete“, zur Zahlung von 238.000 Euro Schmerzensgeld an die betroffenen Roma.

24.09.1993: Nazi-Skinheads attackierten am 24. September 1993 eine Roma-Gruppe in Písek (CR) und treiben sie in den Fluss Otava. Ein 17-jähriger Roma-Junge stirbt.

Oktober 1993: Im Oktober 1993 werden bei einem rumänsch-nationalistischen Pogrom in dem Dorf Hadareni (Rumänien) drei Roma ermordet, 13 Häuser niedergebrannt und die restlichen Roma getötet. Eine Strafverfolgung blieb aus.

31.10.1993: Am 31. Oktober 1993 wurde der Roma-Club in Varna (Bulgarien) überfallen und das Mobiliar zerstört.

14.05.1995: Am 14. Mai 1995 greifen vier Nazi-Skins einen 42-jährigen Roma in seinem eigenen Haus in Žďár nad Sázavou (CR) an. Er erliegt seinen Verletzungen

04.02.1995: Vier Roma-Männer (Erwin und Karl Horvath, Josef Simon und Peter Sarkozi) werden am 4. Februar 1995 in Oberwart (Österreich) bei dem Versuch eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien!“ durch ein Bombenattentat ermordet.

21.07.1995: Eine Gruppe von Nazi-Skins in Žiar nad Hronom (Slowakei) greift am 21. Juli 1995 den 18jährigen Roma-Jungen Mário Goral an, übergießt ihn mit Nenzin und zündet ihn an. Der Jugendliche stirbt an seinen Wunden.

Februar 1996: In der Stadt Krnov werfen im Februar 1996 fünf Jugendliche Molotov-Cocktails in eine Wohnung von zwei Roma-Familien. Das Feuer kann von der Feuerwehr gestoppt werden. Wenige Tage später wiederholen die Jugendlichen ihre Tat bei einer anderen Wohnung.

April 1996: In der Stadt Hontianské Nemce (Slowakei) legen im April 1996 Nazi-Skins ein Feuer an einem Roma-Haus töten einen Mann und verletzen drei weitere Personen.

18.10.1997: Am 18. Oktober 1997 wurde neun Uhr Abends im Zentrum Belgrads der 14jährige Roma-Junge Duško Jovanović von vier Nazi-Skins aus dem Umfeld von „Blood & Honour“ ermordet.
Als Reaktion demonstrierten bis zu 3.000 Angehörige der Roma-community und ein Dutzend Belgrader Punks gegen Rassismus in der Gesellschaft.
Am 5. März 1998 verurteilte ein Gericht zwei der Täter zu zehn Jahren Haft.

Januar 1998: Im Januar 1998 wirft eine Gruppe von Eindringlingen einen Molotov-Cocktail in die Wohnung einer Roma-Familie in Krnov (CR). Dabei erleidet eine 48jährige Frau Brandwunden und ein Mann wird leicht verletzt.

17.05.1998: Vier Nazi-Skins griffen am 17. Mai 1998 in Orlová-Lutyně (CR) einen 40jährigen Roma an, lassen ihn auf der Straße liegen, wo er von einem Polizisten überfahren wird.

1999: Im tschechischen Usti nad Labem wird eine Mauer zwischen Herkunfts-Tschechen und Roma errichtet.

Sommer 1999: Im Sommer 1999 beginnt in Folge des Kosovo-Krieges die Vertreibung der Roma-Minderheiten (Roma, Ägypter, Ashkali) durch albanische Nationalisten, aus den Reihen der von der NATO unterstützten UCK. Diesen ethnischen Säuberungen fallen 100.000 Roma zum Opfer, die fliehen. Von den ehemals 150.000 Roma lebten 2008 nur noch etwa 30.000 im Kosovo.

Juni 1999: Ende Juni 1999 wird in Folge des Kosovo-Krieges von albanischen Nationalisten die „Romska Mahala“ (Roma-Viertel) mit 750 Häusern niedergebrannt und 8.000 Bewohner_innen vertrieben.

27.06.1999: Am 27. Juni 1999 wurden die Roma von Gnjilna (Kosovo) das Ziel von albanischen Hass-Attacken. In einem Zeitraum von drei Wochen wurden Brandanschläge verübt, insgesamt wurden so 135 Wohnhäuser der Roma-Minderheit ein Raub der Flammen.

13.10.-25.11.1999: Vom 13. Oktober bis zum 25. November 1999 wird in Usti nad Labem (CR) ein Zaun zwischen einer von Roma bewohnten Mietskaserne und einer Einfamilienhaussiedlung hochgezogen.

2000: Im Jahr 2000 griff eine Gruppe rechter Skinheads in Belgrad den serbischen Schauspieler Goran Maksimovic, den sie für einen Rom hielten, an. Maksimovic erlag später seinen Verletzungen.

20.07.2001: Am 20. Juli 2001 wurde der Roma Ota Absolon von dem Neonazi-Skin Vlastimil Pechanec in der Diskothek „V Zatáčce“ in Svitavy (Tschechien) erstochen. Er starb am nächsten Tag im Krankenhaus.

Juni 2002: Im Juni 2002 starb der 23jährige Rom Vladimír Pecha auf der Polizei-Station in Brno (Tschechien) vermutlich infolge von Misshandlungen.

19.06.2003: In der Nacht vom 19. Juni 2003 wurden mehrere Roma in einer Bar in Dobrich (Bulgarien) von Polizeibeamt_innen, die dort die Personalien überprüften, brutal zusammengeschlagen. Einige Roma erlitten Rippenbrüche, einer Frau wurde eine Pistole in den Mund geschoben.

2005: Im tschechischen Presov wird im Jahr 2005 eine Mauer zwischen Herkunfts-Tschechen und Roma errichtet.

Januar 2006: Die extrem rechte „National Partei“ versuchte in Lety in Süd-Böhmen auf dem Gelände eines eines ehemaligen KZs für Roma einen Gedenkstein zu errichten, dessen Inschrift erklärt das die Angehörigen der Roma-Minderheit hier an Krankheiten im Lager einer deutschen Fabrik gestorben wären. In Wahrheit war es eine tschechische Fabrik, in deren Lager 300 Roma an Krankheiten starben und 500 nach Auschwitz deportiert wurden .

Frühjahr 2006: Im Frühjahr 2006 wurde eine Roma-Gruppe durch Brandstiftung an ihren Wohnwagen aus dem elsässischen Ensisheim bei Colmar (Frankreich) vertrieben. Dabei wurden auf Geheiß des Bürgermeisters 14 Wohnwagen kroatischer und rumänischer Roma von vier Polizisten angezündet. 1.000 von 7.000 Einwohnern hatten mit ihrer Unterschrift das Vorgehen des Bürgermeisters befürwortet.

Oktober 2006: Im Oktober 2006 wurde eine Roma-Familie im slowenischen Dorf Ambrus durch eine „Bürgerwehr“ bzw. einen Mob von 200 Bürgern attackiert und vertrieben.

Dezember 2006: Bewohner eines Vorortes von Mailand haben im Dezember 2006 ein Zeltdorf angezündet, in dem Sinti und Roma nach der Vertreibung aus einem anderen Ort untergebracht waren.

Ende 2006: Ende 2006 kam es zu wiederholten Angriffen auf ein Roma-“Camp“ in Opera (Italien). Immer wieder versammelte sich eine aufgebrachte Menge vor dem „Camp“ und wiederholt wurden gut besuchte Demonstrationen von Neofaschisten gegen die Roma organisiert.

2007: Der drogenabhängige Roma (?) Jan Tót wird von vier Nazi-Skinheads verbrannt, die an einer Demonstration der nationalen Korporativisten teilnahmen.

2007: Im Jahr 2007 starben vier Kinder bei einem Brand in einem Roma-Barackenlager in Livorno (Italien). Die Eltern wurden wegen „Verwahrlosung von Minderjährigen“ verhaftet. Nach Angaben der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ gibt es jedoch mehrere Hinweise für einen Brandanschlag.

September 2007: Anfang September 2007 wurden in Pavia in der Lombardei (Italien) Roma auf einem Gutshof von einer Zusammenrottung von Menschen mit Steinen angegriffen. Dabei schrie die Menge: „Zigeuner, wir werden euch alle verbrennen.“. Diese Angriffe wiederholten sich noch mehrmals; einmal waren die Ausgangstür mit einer schweren Kette und zwei Vorhängeschlössern verschlossen worden.

17.09.2007: Am 17. September 2007 fand in Rom (Italien) ein Brandanschlag auf ein Roma-„Camp“ in der Nähe der Brücke Mammolo statt.

19.09.2007: Eine Gruppe von 30 bewaffneten Gewalttätern griff am Abend des 19. September 2007 Abend ein „Camp“ von Roma in der Nähe der italienischen Hauptstadt Rom an. Die vermummten Männer waren nach Angaben der italienischen Polizei mit Ketten, Schlagstöcken, Steinen und Flaschen bewaffnet und schleuderten zwei Molotow-Cocktails auf das Lager.
Bereits am Vorabend hatte der rassistische Mob die Siedlung angegriffen und vier Brandbomben geworfen, von denen zwei explodierten. Verletzte hatte es nicht gegeben.

Spätsommer 2007: Im Spätsommer 2007 wurde bei einer Schlägerei zwischen Roma und weißen Jugendlichen aus der Bevölkerungsmehrheit in der Kleinstadt Samokow (Bulgarien) ein 17-jähriger Rom zu Tode geprügelt, was die örtlichen Behörden als normale Schlägerei zwischen Jugendlichen ohne jeglichen rassistischen Hintergrund herunterspielten. 

09.12.2007: Etwa 250 Angehörige der extrem rechten Ungarischen Garde marschierten am 9. Dezember 2007 in der auch von Roma bewohnten Ortschaft Tatarszentygyörgyin Ungarn auf, um gegen angebliche „Zigeunerkriminalität“ zu protestieren.

2008: Silvio Berlusconi eröffnete seinen Wahlkampf 2008 mit der Parole: »Keine Toleranz für Roma, Illegale und Kriminelle« (Forza Italia).

22.01.2008: Auf dem Marktplatz in Szigetvár (Ungarn) werden am 22. Januar zwei Roma-Frauen von fünf jungen Männern aus Barcs tätlich angegriffen.

Mitte Februar 2008: „Achtung Zigeuner im Dorf“ warnten Plakate im Dorf Niederwil in SG (Schweiz) vor fahrenden aus dem Elsass, die für ein paar Tage hier Halt machen. Ein Dorfbewohner erklärt gegenüber der „Wiler Zeitung“: „Sie betrügen, indem sie einen abgemachten Preis beim Schleifen eines Bohrers einfach pro Millimeter berechnen. Ich bin froh über diese Plakate, die im Dorf hängen, damit die Leute gewarnt sind vor diesem Gesindel und die Bauern ihre Häuser und Scheunen abschließen, auf dass ihnen nichts gestohlen werden kann.“ Später verschärft der Dorfbewohner seine Vorwürfe: „Zigeuner sind Kriminelle, die mit eleganten Kleidern und teuren Autos durch die Gegend fahren und denen man ihre Betrügereien nicht nachweisen kann. Alle haben schon schlechte Erfahrungen mit Zigeunern gemacht, aber niemand gibt es zu.“

01.03.2008: Das Haus des Vertreters der Roma-Selbstverwaltung in Tiszaroff (Ungarn) von Kunmadaras wird am 1. März 2008 mit Hassparolen beschmiert und angezündet.

15.03.2008: Am Ungarischer Nationalfeiertag am 15. März 2008 schlagen in Tapolca (Ungarn) zwei 17jährige Jungen schlagen in der Nähe einer Kneipe ohne jeden vorhergehenden Wortwechsel einen Roma auf der Strasse zusammen und treten auf ihn ein. Das 32jährige Opfer wird im Koma mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Krankenhaus von Ajka eingeliefert.

13.05.2008: In der Nacht zum 13. Mai 2008 wurde nach anhaltender antiziganistischer Hetze der Medien ein Roma-Camp bei Neapel (Italien) von Bewohner_innen der Nachbarschaft, die sich mit Stangen und Molotow-Cocktails bewaffnet hatten, angegriffen.

03.06.2008: Auf drei von Roma bewohnte Häuser in Pátka (Ungarn) werden am 3. Juni 2008 Molotowcocktails geworfen. Niemand wird verletzt, aber in einem Zimmer, in dem Kinder schlafen, kommt es zum Brand. Drei Mitglieder der örtlichen Bürgerwehr werden unter dem Verdacht der Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen.

15.06.2008: Nach einem Streit in einer Kneipe in Fényeslitke (Ungarn) ersticht ein 40jähriger mit einem Messer einen 14jährigen Roma und fügt dessen 16jährigem Freund schwere Verletzungen zu.

21.07.2008: Kurz nach Mitternacht wird am 21. Juli 2008 in Galgagyörk (Ungarn) auf ein Einfamilienhaus, in dem drei Roma wohnen, geschossen. Mehrere Kugeln durchschlagen die Fenster und bohren sich im Inneren des Gebäudes in die Wand, aber verletzt wird niemand.

28.07.2008: Am 28. Juli 2008 werfen in der Schweiz nachts gegen zwei Uhr Unbekannte Feuerwerkskörper in ein Durchgangslager für Fahrende.

05.09.2008: Am 5. November 2008 wird in Nyíradony-Tamáspuszta (Ungarn) auf ein Haus, in dem Roma schlafen, geschossen. Keine Verletzten.

08.08.2008: In Piricse (Ungarn) werden am 8. August 2008 auf zwei von Roma bewohnte Häuser Anschläge mit Molotowcocktails verübt. Als eine ältere Frau auf die Strasse kommt, wird ihr ins Bein geschossen.

19.08.2008: Am späten Abend des 19. Augusts 2008 werfen in Székesfehérvár (Ungarn) randalierende Jugendliche Steine ins Haus eines mehrheitlich von Roma bewohnten Hauses, ein zwölfjähriges Roma-Mädchen wird lebensgefährlich verletzt.

18.10.2008: Am 18. Oktober 2008 randalierten rund 200 Neonazis in dem Roma-Viertel Janov. Janov ist eine von rund 300 Enklaven in Tschechien, in denen überwiegend Roma wohnen.

November 2008: Nach einem Mord an einem 14-jährigen Mädchen in der Gemeinde Kiskunlacháza (Ungarn) werden grundlos mehrere Roma-Jugendliche verdächtigt und ihre Familie wird vertrieben. Auch der Bürgermeister der Gemeinde, József Répás machte die Roma im Ort kollektiv für den Mord verantwortlich.

03.11.2008: Am 3. November 2008 wurde eine Roma-Siedlung in der ostungarischen Ortschaft Nagycsecs mit Molotow-Cocktails angegriffen und zwei Roma (40 und 43) mit Schrotgewehren erschossen.

17.11.2008: Am 17. November 2008 veranstaltete die Neonazi-Partei „Delnicka strana“ („Arbeiterpartei“) mit der Gruppe „Narodni Odpor“ („Nationaler Widerstand“) eine Kundgebung unter dem Motto „Schluss mit den Samthandschuhen“ (gegen Roma) in Litvinov (CR). Auf Plakaten riefen die angereisten 600 Neonazis zur „Schädlingsbekämpfung“ auf. Nach der Kundgebung machten sich die Neonazis bewaffnet mit Schlagstöcken, Brandsätzen und Schusswaffen in Richtung des Romavierteld Janov auf, etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum von Litvinov entfernt.

18.11.2008: In der südungarischen Stadt Pecs wurden am 18. November 2008 die Eltern dreier Kinder durch einen Handgranaten-Angriff auf ihr Haus getötet. Zwei ihrer drei kleinen Kinder werden unter Schock ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei verdächtigt Ende Februar zwei Roma-Männer, die Straftat begangen zu haben.

15.12.2008: In der Roma-Siedlung von Alsózsolca (Ungarn) hackt ein 19jähriger Roma gerade Holz auf dem Hof, als zweimal auf ihn geschossen wird. Der Mann wird lebensgefährlich verletzt, seine Lebensgefährtin erleidet einen Streifschuss.

2009: Nach einer Umfrage der »International School Psychology Association« würde sich jeder zweite ungarische Schüler nicht neben einen Roma-Mitschüler setzen.

23.02.2009: Am Morgen des 23. Februar 2009 ermordeten Unbekannte mit einer Schrotflinte den 27jährigen Rom Robert Csorba und dessen fünfjährigen Sohn in einem Dorf Tatárszentgyörgy nahe Budapest, als diese sich aus ihrem brennenden Haus auf die Straße retteten.

April 2009: Ein Roma-Mann, der sich in Tiszalök (Ungarn) eben auf den Weg zur Arbeit machen wollte, wird im April 2009 ermordet.

07.04.2009: Am 7. April 2009 kam es in Novi Beograd zu einem schweren Überfall durch 30 bewaffnte Neonazis auf die „Karton-City“, eine überwiegend von Roma bewohnte Slum-Siedlung. Die Polizei griff nicht ein. Lokale Machthaber und Großunternehmer hatten das Gelände für den Bau eines Komplexes der Universiade (internationale Weltsportspiele der Studenten) vorgesehen. Drei Tage zuvor hätte mit dem Abriss begonnen werden solle, die Bewohner lebten jedoch noch hier, sie hatten noch keine Alternativ-Wohnungen. Natürlich wurde dieser Vorwurf nie geklärt; aber Polizisten, welche dort anwesend waren und angeblich die Siedlung geschützt haben, sagen aus, dass sie sich nicht einmischen durften.

19.04.2009: Neonazis warfen am 19. April 2009 drei Molotow-Cocktails in das Wohnhaus einer neunköpfigen Roma-Familie in Vitkov im Osten der Tschechischen Republik, in der Nähe von Ostrava.Vor dem Wurf der Brandbomben brüllten die Neonazis „So, Zigeuner, jetzt werdet ihr brennen!“. Drei Menschen wurden bei der Tat schwer verletzt, u.a. erlitt das jüngste Familienmitglied, die zweijähriges Natálka Verbrennungen an etwa 80% ihres Körpers und wird vermutlich ihr Leben lang auf ärztliche Hilfe angewiesen sein. Auch die 27jährige Mutter des Mädchens erlitt an 30 Prozent des Körpers Verbrennungen 2. und 3. Grades.
Im September 2009 konnte die tschechische Polizei eine Gruppe von zwölf Verdächtigen, aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ festnehmen. Gegen vier von ihnen wurde eine Anklage wegen versuchten Mordes mit rassistischem Motiv erlassen. Drei der vier beschuldigten Neonazis haben eine Tatbeteiligung inzwischen eingeräumt.

Juni 2009: Im Juni 2009 fliehen nach einem antiziganistischen Pogrom durch Anhänger der Terrorgruppe „Combat 18“ in Belfast 100 rumänische Roma aus Nordirland (Großbritannien).

Juli 2009: In den letzten Juliwochen 2009 wurden in einem Roma-Viertel der kosovarischen Ortschaft Gnjilane Roma durch ihre albanischen Nachbarn ohne erkennbaren Grund attackiert. Dabei wurden angeblich mehrere Roma verletzt.

02.08.2009: Am 2. August 2009 kam es zu einem einen rassistischen Übergriff auf Roma in Osttirol (Österreich). Eine französische Romafamilie machte Halt in Ainet, wo sie die Nacht in ihren Wägen verbringen wollten. Nach Mitternacht zog ein mit Stangen bewaffneter und teilweise alkoholisierter Mob zum Rastplatz, wo „Zigeuner raus!“-Rufe erschallten und auf die Wohnwägen getrommelt wurde. Die völlig verängstigten Roma fuhren daraufhin noch in der Nacht weiter.

10.08.2009: Am 3. August 2009 wurde in Kisléta die 45-jährige Mutter Mária Balogh erschossen, die damit innerhalb von zehn Monaten bereits das sechste Mordopfer rassistischer Gewalt gegen Roma in Ungarn wurde.

August 2009: Als die amerikanische Sängerin Madonna im August 2009 bei ihrem Konzert in der rumänischen Hauptstadt Bukarest für Toleranz gegenüber Roma und Homosexuellen warb, wurde sie von tausenden Zuhörern ausgebuht.

Oktober 2009: In dem ostslowakischen Ort Ostrovany wurde im Oktober 2009 eine 150m lange Zweimeter-Mauer (Kosten: 13.000 Euro) zur Trennung von so genannten „Weißen“ und Roma errichtet.

2010: In der niederländischen Stadt Nieuwegein wurde Ende auf Betreiben des sozialdemokratischen Bürgermeisters 2010 eine Sonderkartei für Roma eingeführt.

2010-11: In Jahren 2010 bis 2011 wurden in 11 slowakischen Orten Mauern zwischen Roma-Quartieren und Nicht-Roma-Quartieren errichtet.

06.01.2010: Etwa 1.000 türkisch-nationalistische Rassisten verwüsteten am 6. Januar 2009 in der westtürkischen Kleinstadt Selendi eine Roma-Siedlung. Nach dem rassistischen Pogrom auf die Siedlung, der teilweise mit Brandsätzen durchgeführt wurde, veranlasste der Gouverneur am 7. Januar die Umsiedlung der 74 Roma in die Nachbarstadt Salihli.

Anfang April 2010: Italiens Behörden begannen Anfang April 2010 damit, Roma-Camps in und rund um die Hauptstadt zu räumen. Gemäß einem „Nomaden-Notstandsplan“ sollen 7.200 Sinti und Roma aus ihren Siedlungen vertrieben werden.

April 2010: Im April 2010 scheiterte ein Brandanschlag auf ein von Roma bewohntes Haus in Opava (CR). Kurz zuvor konnte ein durch Brandflaschen entfachtes Feuer im Kinderzimmer einer Roma-Familie in Ostrava rechtzeitig gelöscht werden.

Juni 2010: Im Juni 2010 versuchten Dorfbewohner aus Jabuka, einem Dorf nördlich von Belgrad, Roma-Familien zu vertreiben oder zu lynchen.

August 2010: Nach Ausschreitungen zwischen Polizisten und der Sinti-Gemeinde von Saint-Aignan im Juli 2010 erklärte die französische Regierung erklärte den Roma den Krieg und begann mit Kontrollen in den Roma-Lagern und Zwangsauflösungen.Im August lässt der französische Präsident über 50 von 600 illegalen Roma-Lagern zwangsräumen und mindstens 8.000 Roma nach Bulgarien oder Rumänien abschieben.
Die Massenabschiebung von campenden Roma aus Lyon Ende August hatte eine einem Schwerstverletzten zur Folge. Ein 54-jähriger Mann sei bei der Räumung des Camps durch Bulldozer am Kopf und an den Gliedmaßen so schwer verletzt worden, dass seine Ehefrau fest mit seinem Tode gerechnet habe.

30.08.2010: In dem westslowakischen Ort Devînska Nová Ves (ein Stadtteil von Bratislava)- unweit der österreichischen Grenze – erschoss am 30. August 2010 ein Roma-feindlicher Ex-Soldat kaltblütig sechs Angehörige einer Roma-Famile mit einer Maschinenpistole. Die Familie lebte im selben Haus wie der Mörder. Nach dem Massaker richtete der bereits als Waffenfetischist und Hitlerverehrer aktenkundige Täter seine Maschinenpistole gegen sich selbst und nahm sich das Leben.

14.09.2010: Der Präsident der rechtspopulistischen „Lega die Tecinesi“ in der Schweiz, Guiliano Bignasca, forderte am 14. September 2010 Fahrende in Arbeitslager zu stecken.

November 2010: Im November 2010 wird in südostbulgarischen Stadt Jambol (Ямбол) ein ganzes Roma-Wohnviertel abgerissen, hunderte Roma-Familien mit zahlreichen Kleinkindern werden dadurch obdachlos.

02.12.2010: Am Abend des 2. Dezember 2010 wurden zwei junge Rom in einem Bus im Stadtzentrum von Sofia (Bulgarien) von Nazi-Skins zusammengeschlagen. Ein schwer verletztes Opfer musste mit einem Schädelbruch und einer Gehirnverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

31.12.2010: Am 31. Dezember 2010 wurde in Sesto Fiorentino bei Florenz (Italien) auf ein Roma-Lager mit 100 Bewohner_innen ein Brandanschlag verübt1, bei dem die Siedlung abbrannte. Nur durch Glück gab es keinerlei Verletzte.

12.03.2011: Im Umfeld einer Neonazi-Demo in Nový Bydžov (CR) am 12. März 2011 wurde eine Gruppe von drei Roma von zwanzig Neonazis überfallen. Eines der Opfer musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Juni 2011: Im Juni 2011 wurde in Baia Mare (Rumänien) eine Beton-Mauer um zwei Roma-Wohnblöcke erbaut.

11.07.2011: In den Morgenstunden des 11. Juli 2011 wurde die Wohnung einer Roma-Familie in Býchory (Tschechien) von Rassisten mit einem Brandsatz attackiert.

02.08.2011: In der Nacht vom 1. auf den 2. August 2011 haben in der Osttiroler Gemeinde Ainet (Österreich) einheimische Jugendliche eine Gruppe von durchreisenden, französischen Roma mit Stangen angegriffen, dabei skandierten sie „Zigeuner raus!“-Parolen.

09.08.2011: Am 9. August 2011 attackierten Unbekannte in Krty (Tschechien) in der Nacht ein von Roma bewohntes Haus mit Molotov-Cocktails. Einer der 12 Bewohner erlitt leichte Brandwunden weil er das Feuer austrat.

26.08.2011: Am 26. August 2011 fand in Novy Bor (Tschechien) eine „Versammlung gegen Gewalt und Kriminalität”, die vom sozialdemokratischen Bürgermeister von Rumburk angemeldet wurde und an der 800 Menschen teilnahmen. An der Kundgebung beteiligten sich auch Angehörige der rechten Gruppe „Občanský odpor“ („Bürgerlicher Widerstand“). Als Teilnehmer der Kundgebung beginnen am Haus einer Roma-Familie den Zaun einreißen und Fensterscheiben einzuwerfen, werden sie von der Polizei gestoppt.

02.09.2011: Am 2. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration unter dem Motto „Der Topf läuft über“ statt, an der rund 200 bis 500 Menschen teilnahmen. Einem Großaufgebot der Polizei gelingt es, die Brücken über den Fluss Mandava und damit den Weg zu dem Roma-Viertel zu blockieren.

02.09.2011: Am 2. September 2011 fand in Rumburk (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der bis zu 1.500 Menschen, Anwohner und Rechte, teil genommen haben. Hier griffen Teilnehmer ein von Roma bewohntes Haus an.

03.09.2011.: Am 3. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) erneut eine antiziganistische Demonstration statt, an der rund 1.200 Menschen, etwa 300 Neonazis und 900 Bürger, teil genommen haben. Zu dem nicht genehmigten Protestzug hatte die extrem rechte Gruppe „Svobodná mládež“ („Freie Jugend”) im Internet aufgerufen. Aus der Anti-Roma-Demonstration wurden Sprüche wie „Zigeuner zur Arbeit!“ oder „Zigeuner ins Gas!“ skandiert.
Als eine Gruppe von mehreren hundert Anwohnern und Rechten versuchte in ein Roma-Viertel vorzudringen, stellten sich ihnen 150 bis 200 Roma entgegen. Wenige Meter vor den Roma-Quartieren gelingt es den schwer bewaffneten Anti-Riot-Polizisten eine kleine Absperrkette zu bilden.

10.09.2011: Am 10. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 300 bis 1.000 Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS). Etwa 600 Polizisten verhinderten direkte Angriffe auf Roma.

10.09.2011: Am 10. September 2011 fand in Nový Bor (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der mehrere hundert bis 900 Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS).
Am frühen Nachmittag versammelten sich rund 300 bis 400 Neonazis und etwa 100 bis 200 Einwohner am Bahnhof in Nový Bor. Als der Zug auf dem Marktplatz von Nový Bor ankommt, warten dort noch einmal knapp 300 Anwohner.

10.09.2011: Am 10. September 2011 fand in Rumburk (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der mehrere hundert bis zu ??? Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS).

17.09.2011: Am 17. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der bis zu 3.500 Menschen teil genommen haben. Der Demozug endete kurz vor der, von Roma bewohnten Unterkunft, vor einer Polizeikette.

24.09.2011: Am 24. September 2011 fand in Havirov (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 500 Menschen teilgenommen haben. Veranstalter war die Partei DSSS.

25.09.2011: In der Nacht zum 25. September 2011 kommt es in dem bulgarischen Dorf Katuniza (2.400 Einwohner_innen) zu Ausschreitungen gegen Roma, nachdem ein Rom in der Stadt Katuniza für den Tod eines 19-Jährigen Jugendlichen aus der Bevölkerungsmehrheit verantwortlich gemacht worden war. Daran waren bis zu 3.000 Menschen beteiligt, darunter 2.000 Fußballhooligans aus der zweitgrößten bulgarischen Stadt Plovdiv. Drei Häuser einer Roma-Großfamilie wurden gestürmt und teils in Brand gesetzt, eines der Gebäude wurde dabei weitgehend zerstört. In den folgenden Tagen breiteten sich die rassistischen Unruhen auf mindestens 20 Orte in Bulgarien aus. Mehrere tausend Menschen gingen in insgesamt 14 Städten auf die Straße, in den Nächten weiteten sich die Proteste dann zu Gewaltexzessen aus.
Nach Zusammenstößen mit der Polizei wurden in Blagoewgrad zum wiederholten Male Dutzende von Gewalttäter_innen festgenommen. Zuvor hatten rechte Skinheads Jugendliche das lokale Roma-Viertel angegriffen.

08.10.2011: Am 8. Oktober 2011 fand in Usti (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 500 Menschen teilgenommen haben. Veranstalter war die Partei DSSS.

21.10.2011: Im südpolnischen Krosnica wurde in der Nacht vom 21. Oktober 2011 zwei Molotov-Cocktails auf das Haus einer Roma-Familie geworfen, die aber wieder gelöscht werden konnten. Bereits vorher hatte es immer wieder Angriffe mit Steinen gegeben.

10.12.2011: Nach einem falschen Vergewaltigungsvorwurf einer jungen Italienerin hat am Abend des 10. Dezember 2011 in Turin ein rassistischer Mob ein Roma-Camp in Brand gesetzt. Aus einem rassistischen Protestzug lösten sich rund hundert Personen, die die Roma-Quartiere direkt „mit Knüppeln, Steinen und Brandsätzen“ angegriffen. Die Polizei nahm nach Presseberichten nur zwei Täter fest.

Ende 2011: Ende 2011 wurde in Prag-Jarov eine Roma-Frau ermordet. Als tatverdächtig gilt eine Gruppe von rechten Jugendlichen, die bereits mehrfach Obdachlose angegriffen hat.

01.01.2012: Am Neujahrstag 2012 hielt der Bürgermeister des Dorfes Zlaté Moravce (Slowakei) auf dem Marktplatz eine Ansprache zu über 1.000 BewohnerInnen, in der er die Mitglieder der „weißen Rasse“ aufforderte gegen „arbeitslose Parasiten“, gemeint waren Roma, zu kämpfen. Woraufhin Nazi-Skinheads Roma-Jugendliche aus den Bars durch die Stadt jagten.

01.01.2012: Am Morgen des 1. Januar 2012 wird Ladislav Tatár, ein 22jähriger Angehöriger der Roma-Minderheit und Vater zweier Kinder, in Tanvald (Tschechien) erschossen und sein älterer Bruder Patrik (23) verwundet. Antiziganistische Tatmotive werden bei dem Mordschützen Jan S. vermutet.

15.01.2012: Am 15. Januar 2012 kommt es in Varnsdorf (Tschechien) zu einer antiziganistischen Demonstration mit 200 Teilnehmern.

29.01.2012: Am 29. Januar 2012 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration mit 400 Teilnehmer_innen statt.

Ende Februar 2012: Ende Februar 2012 warfen zwei maskierte Männer in Aš (Tschechien) Molotov-Cocktails gegen ein Hotel, in dem auch zwei Roma-Familien leben.

April 2012: Im April 2012 verwendete im ostslowakischen Dorf Chotěbuz ein tschechischer Mann einen Bogen um einen Roma-Mann zu töten, der nach Altmetall suchte. Der Schütze rief dabei: „Ihr schwarzen Huren! Ich bring euch um!”

31.05.2012: Am 31. Mai 2012 wurde in der Bereznyakovska-Straße in Kiev eine Roma-Siedlung, in der mehr als 70 Menschen lebten, niedergebrannt. Die Täter verlangten von den Opfern „aus Kiev zu verschwinden“.

16.06.2012: Am 16. Juni 2012 wurden in der slowakischen Stadt Hurbanovo drei Roma-Männer (44, 24 und 19) von einem Polizeibeamten erschossen und zwei weitere Romani (26, 24) wurden verletzt.

24.07.2012: Am 24. Juli 2012, organisiert der SVP-Nationalrat Oscar Freysinger eine Kundgebung gegen eine Roma-Hochzeit in der Walliser Gemeinde Collombey-Muraz (Schweiz).

August 2012: Im August 2012 attackierten in der Kleinstadt Etoliko (Αιτολικό) in Westgriechenland etwa 200 Einwohner das Roma-Viertel. Die Angreifer verwendeten auch Schusswaffen. Vier bzw. nach anderen Angaben fünf Personen wurden damals verletzt.

03.08.2012: Am 3. August 2012 schießt im Kanton Jura ein Unbekannter auf Wohnwagen von Fahrenden.

05.08.2012: Am 5. August 2012 marschierten 1.000 FaschistInnen aus ganz Ungarn durch den 5000-Einwohner-Ort Devecser, in dem etwa 1.000 Roma wohnen. Vor der Roma-Siedlung brüllten sie: „Ihr müsst alle sterben!“, warfen Flaschen und Steine.

27.09.2012: Am 27. September 2012 vertrieben etwa 30 Bewohner_innen des Stadtteils Creneaux von Marseille eine Gruppe von über 50 Roma (40 Erwachsene, 15 Kinder) aus ihrem Lager. Nachdem die Roma den Lagerplatz verließen, setzten die Anwohner_innen Reste des Camps in Brand. Der Mob hatte den Roma vorgeworfen zu stehlen und die Gegend zu verschmutzen. Die Bewohnerschaft setzte auf eigene Faust um, was seit Wochen vom Staat praktiziert wurde.
Die örtlichen Polizeikräfte scheinen der Szene beigewohnt zu haben, ohne gegen die „wütenden Anwohner“ vorzugehen, sondern haben im Gegenteil deren Abzug begleitet.

02.10.2012: Am 2. Oktober 2012 machten die Behörden im zentralbulgarischen Städtchen Maglizh ihre Drohung wahr und rissen 32 Häuser in einer illegalen Roma-Siedlung mit Baggern ab. Der stellvertretende Bürgermeister Metodij Makov sah in der Zerstörung der Häuser kein großes Problem, da 90 % der Bewohner_innen bei Verwandten unterkommen könne. Die Behörden haben bereits angekündigt, spätestens bis Ende April 2013 alle weiteren illegalen Bauten abzureißen. Davon werden über 220 Menschen betroffen sein.

20.12.2012: Am 20. Dezember 2012 wurde der Roma-Mann Daniel Horváth (37) im Dorf von Žihárec nahe Šala (Slowakei) erst von drei Männern in einer Kneipe zusammengeschlagen und dann der Kopf abgetrennt. Das Opfer war Vater eines fünfjährigen Mädchens.

Ende 2012: Ende 2012 kommt es in Duisburg zu Konflikten zwischen zugezogenen rumänischen Roma und türkischstämmigen Einheimischen. Ein Polizeibericht vermerkt: „Es ist davon auszugehen, dass es sich um einen gezielten Angriff von jungen türkischstämmigen Männern auf ebenfalls junge Roma rumänischer Nationalität handelte.“

04.01.2013: Am 4. Januar 2013 überfielen rund 70 zum Teil vermummte Personen ein mehrheitlich von Roma bewohntes Viertel der Kleinstadt Etoliko (Αιτολικό) in Westgriechenland. Sechs Unterkünfte und vier Fahrzeuge gingen laut Polizeibericht in Flammen auf.

16.01.2013: Amnesty International berichtete das am 16. Januar 2013 in Paris ein Roma-Paar, was auf der Straße übernachtete, von einem Mann mit Säure angegriffen wurde.

17.03.2013: Am 17. März 2013 wurde in Becej (Serbien) ein 17jähriger Roma-Junge von vier Skinheads zu Tode getreten.

21.03.2013: Am 21. März 2013 attackierte maskierte junge Männer in Bor (Ost-Serbien) eine Roma-Gruppe in der Roma-Siedlung in der Kestenova Straße und demolierten durch Steinwürfe Fenster und Autos.

9. oder 10.04.2013: Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ griffen am 9. oder 10. April 2013 eine Roma-Gruppe im Kalamata Hospital in der südlichen Peloponnes an. Die Neonazis hatten das Krankenhaus auf der Suche nach ausländischen Krankenschwestern betreten.

29.05.2013: Am 29. Mai 2013 fand in Duchcov in Nordböhmen (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration von etwa 500 Personen statt. Den Anlass bot eine angebliche Attacke von Roma-Jugendlichen auf ein jungverheiratetes Paar Mitte Mai.

26.05.2013: Am 26. Mai 2013 wurde in Teplice (CZ) der Roma Ivan Jarka (46) erstochen, nachdem er einem Roma-Jugendlichen geholfen hatte, der von einem Rassisten bedrängt worden war. Der Rassist rief einen Freund herbei und stach mit einem Messer auf zwei Roma-Jugendlichen ein, von denen er einen schwer verletzte, und brach einer Dritten die Hand. Dann rannte er hinter Jarka her und ermordete ihn mit 21 Stichen. Während der Tat sollen rassistische und rechte Parolen gefallen sein.

Juli 2013: Im Landkreis Osmangazi nahe der westtürkischen Stadt Bursa griffen im Juli 2013 etwa 500 nationalistische TürkInnen ein Roma-Quartier an. Die AngreiferInnen warfen mit Steinen und randalierten.

22.06.2013: Am 22. Juni 2013 marschierten in Duchcov in Nordböhmen (Tschechien) bis zu 1.000 Neonazis und BürgerInnen gegen Roma auf. Veranstalter der Demonstration war die Neonazi-Partei DSSS.

29.06.2013: Am 29. Juni 2013 marschierten in Ceske Budejovice (Budweis) in Tschechien bis zu 1.000 Personen angeführt von einer Gruppe Neonazis auf, um Roma „aufzuklatschen“. Ein lokaler Neonazi äußerte, es sei nun an der Zeit alle „Zigeuner abzuschlachten”.
Sie lieferten sich mit der Polizei eine Straßenschlacht, brüllten dazu Anti-Roma-Parolen wie „Zigeuner ins Gas!“ und wurden von Bürger_innen mit Johlen und Beifall bedacht. Die Polizei nahm mehrere Neonazis fest, es gab Verletzte auf beiden Seiten und erheblichen Sachschaden.

24.08.2013: Am 24. August 2013 nahmen 2.500 Neonazis und SympathisantInnen in Tschechien an antiziganistischen Aufmärschen und Kundgebungen unter dem Motto „Aktionstag gegen Zigeunerterror, Polizeigewalt und soziale Ungerechtigkeit“ in Ostrava (Ostrau), in Pilsen, in Duchcov (Dux), in Jičín (Jitschin), in Brno (Brünn), in Děčín (Tetschen), in Varnsdorf und in České Budějovice (Budweis) teil. In Ostrau veranstalteten 600 bis 800 Neonazis einen antiziganistischen Aufmarsch und versuchten ein Roma-Quartier zu erreichen. Die Polizei verhaftete nach Zusammenstößen 60 Personen.

02.-03.09.2013: In der Nacht vom 2. auf den 3. September 2013 griffen in Bischofshofen (Österreich) 20 Jugendliche einen Lagerplatz an, wo sich rund 100 Roma einquartiert hatten. Die Situation eskalierte, nachdem auf einer offenen Facebook-Seite namens „Rennleitung Pongau“, über die ansonsten nur Warnungen vor Radarfallen abgesetzt wurden, offen gegen das „Gesindel“ gehetzt wurde. Sechs Polizeistreifen war bis 4 Uhr früh damit beschäftigt, eine Eskalation zu verhindern. Dennoch kam es zu Sachschäden an den Autos der Roma.

04.10.2013: Am 4. Oktober 2013 demonstrierten 5-700 Neonazis in Ostrava (Tschechien) gegen ein Wohnheim, in dem Roma leben. Als die Rechten das Wohnheim stürmen wollten, kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei. 21 Demonstranten wurden festgenommen und drei Beamte verletzt.

15.10.2013: Am 15. Oktober 2013 wurde in Neapel eine Romnji und ihr Kind von einem Nachbar mit Säure attackiert.

28.10.2013: Am 28. Oktober 2013 fand in Ostrava (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration mit 300 Teilnehmer_innen statt.

18.11.2013: In Wels (Österreich) beschloss am 18. November 2013 eine Mehrheit von Gemeinderäten der rechtspopulistischen FPÖ und der konservativen ÖVP ein Campierverbot für Roma-Familien auf dem Messegelände der Stadt.
In der Tageszeitung „Kurier“ wird der ÖVP-Stadtparteiobmann wie folgt zitiert: „Da der Campierplatz im Messegelände immer wieder bei der Bevölkerung zu Kritik führt und auch immer Spannungen zwischen Roma/Sinti und der Bevölkerung aufgetreten sind, ist dieser Platz nicht geeignet.“

07.04.2014: Am 7. April 2014 wurde in zwei provisorischen Roma-Lagern im Salzburger Stadtteil Schallmoos (Österreich) Feuer gelegt. Der Brandstiftung voraus ging eine Hetzkampagne der regierenden ÖVP gegen die „Bettlerbanden“.

18.04.2014: Am 18. April 2014 wurden in der Stadt Slawjansk in der Ostukraine Roma-Häuser beschossen und geplündert. In der Dunkelheit kamen ein Dutzend bewaffnete und maskierte Männer, offenbar prorussische Paramilitärs, zu ihren Häusern. Sie schossen in die Luft, auf die Fenster und Türen, brachen Fensterläden auf. „Gebt uns euer Geld, das ganze Gold und Drogen“, sollen sie geschrien haben und die Roma als „Affen“ und „Unmenschen“ bezeichnet haben. Einen Hund erschossen sie direkt, um zu demonstrieren, dass sie es ernst meinen. Die meisten Roma-Bewohner/innen flohen daraufhin.

22.04.2014: Am 22. April 2014 überfielen in der Stadt Slawjansk in der Ostukraine wie bereits vier Tage zuvor bewaffnete und maskierte Männer, offenbar prorussische Paramilitärs, erneut eine Roma-Siedlung. Die Angreifer brachen ein Tor auf, schossen in die Fenster und verlangten nach Geld.

19.05.2014: In der Nacht vom 19. Mai 2014 wurde in Miskolc (Ungarn) ein Brandanschlag auf ein von Roma bewohntes Haus verübt.

13.06.2014: Am 13. Juni 2014 fiel in dem Pariser Vorort Pierrefitte-sur-Seine der 16-jährige Roma-Junge Gheorge Franza („Darius“) einem Lynch-Angriff von zwölf Jugendlichen zum Opfer. Passanten hatten ihn um Mitternacht am Rand einer Hauptstraße gefunden – blutüberströmt, in einen Einkaufswagen geworfen. Ihm wurde u.a. der Schädelknochen zertrümmert. Ein Lynchmob hatte ihn als Rache für einen angeblichen Einbruch verschleppt und misshandelt. Mehrere waren am 13. Juni in das Roma-Lager von Darius’ Eltern eingedrungen und hätten den 16-Jährigen verschleppt. Stundenlang sei er in einem Keller festgehalten und brutal malträtiert worden. Die Mutter habe vom Telefon ihres Sohnes gegen Mitternacht einen Anruf erhalten, sie müsse ein Lösegeld von 15.000 Euro zahlen.
Nach dem Angriff auf den Jugendlichen räumten die Roma-Gruppe, der das Opfer angehörte, ihr Lager am Stadtrand.

05.07.2014: Am 5. Juli 2014 kam es in er südspanischen Kleinstadt Estepa in der Provinz Sevilla bei einer Kundgebung gegen eine Welle von Einbrüchen in zu Übergriffen auf Unterkünfte der örtlichen Roma-Minderheit. Die Demonstrant_innen in Spanien machten die Roma für eine Zunahme der Kriminalität in der Ortschaft verantwortlich. Sie griffen fünf Roma-Wohnungen an und setzten zwei in Brand. Menschen wurden bei den Zwischenfällen nicht verletzt.

06.02.2015: In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 2015 verübten unbekannte Täter_innen in der Stadt Malmö (Schweden) einen Brandanschlag auf ein Roma-Kulturzentrum. Wie die Polizei mitteilte, wurden zwei Brandflaschen durch Fenster geworfen. Ein in dem Gebäude anwesender Mann – der zunächst einzige Zeuge – habe das „kleine Feuer“ gelöscht und die Polizei benachrichtigt.

16.06.2015: In der Nacht auf den 16. Juni 2015 versuchten 50 bis 60 Personen, eine illegale Roma-Siedlung nahe dem südwestbulgarischen Dorf Garmen zu stürmen.

14.02.16: In Linz (Österreich) wurde am Nachmittag des 14. Februar 2016 ein Brandanschläge auf ein Roma-Lager verübt, dabei wurden 15 Zelte in Brand gesteckt.
Die Betroffenen waren rund 70 Roma aus Siebenbürgen.

16.02.16: In Linz (Österreich) wurde am Nachmittag des 16. Februar 2016 ein Brandanschläge auf ein Roma-Lager verübt, dabei wurden fünf Zelte in Brand gesteckt.
Die Betroffenen waren rund 70 Roma aus Siebenbürgen.

04.05.2016: Im südbulgarischen Radnevo fand am 4. Mai 2016 eine Anti-Roma-Demonstration mit 2.000 Beteiligten, nachdem angeblich Roma drei ethnischen Bulgaren angegriffen hatten.
Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Die Bewohner_innen des örtlichen Roma-Viertels verließen aus Angst vor Angriffen ihr Viertel.

01.06.2016: Am 1. Juni 2016 wurde erneut in Linz (Österreich) ein Brandanschlag auf ein Roma-Zeltquartier begangen. Verletzt wurde niemand, da sich zum Zeitpunkt des Brandes niemand in den Zelten befand. 15 Bewohner, davon fünf Kinder wurden obdachlos.

15.-17.08.2016: Vom 15. bis zum 17. August 2016 wurden in Marseille (Frankreich) ein Roma-Camp mit Molotow-Cocktails attackiert. Mehrere Camp-Bewohner_innen wurden verletzt, sieben mussten ins Krankenhaus, darunter ein 14-Jähriger. Weitere Personen wurden durch Schüsse verletzt.

27.08.2016: Am 27. August 2016 kam es im Dorf Loshchynivka im mehrheitlich von der bulgarischen Minderheit bewohnten Raion Izmail der Oblast Odessa (Ukraine) zu einem Pogrom gegen ortsansässige Roma. Etwa 300 Einwohner_innen des Dorfes hatten die Häuser der ortsansässigen Roma am Stadtrand gestürmt und verwüstet. Videos zeigten aufgebrachte Einwohner, wie sie „Zigeuner raus!“ skandierten.
Den Unruhen war die Verhaftung eines jungen Rom vorausgegangen, dem von der Polizei die Vergewaltigung und Tötung eines achtjährigen Mädchens aus dem Ort vorgeworfen wird. Laut Medienberichten wurde bei dem Pogrom niemand verletzt, da die 50 bis 80 Roma ihre Häuser noch vor dem Überfall verlassen hatten.
Auf einer einberufenen Sondersitzung des Ortsrates wurden die Roma aufgefordert ihre Häuser innerhalb weniger Stunden zu verlassen.
In ihrer Absicht, Angehörige der Roma-Minderheit aus der Gegend zu vertreiben, wurden die AngreiferInnen von der Gebietsverwaltung offen unterstützt.

10.05.2017: In der Nacht zum 10. Mai 2017 wurde am Stadtrand von Rom auf einen Wohnwagen, der von einer Roma-Familie bewohnt wurde, mutmaßlich ein Brandanschlag verübt. In der Folge verbrannten drei Roma-Schwestern im Alter von vier, acht und 20 Jahren qualvoll.
In den vergangenen Tagen sollen die Mitglieder der Roma-Familie von AnwohnerInnen bedroht worden sein.