Eine (unvollständige) Chronologie antiziganistischer Vorfälle im Ausland seit den 1980ern
25.08.1977: Am 25. August 1977 wurde am Stadtrand von Verona (Italien) in der Siedlung „Weiße Gans“ das parkende Auto des 33jährigen, drogenabhängigen Sinti Guerrino Spinelli mit vier Molotowcocktails in Brand gesetzt.
1980er: Aus Polen flohen in den 1980er Jahren mindestens 2.000 Roma nach Schweden. Allein 1982-86 wurden 500 Roma nach Aberkennung der Staatsbürgerschaft mit Schiffen nach Schweden deportiert. Die Gomulka-Regierung machte in den 1970ern neben den Juden auch die Roma für wirtschaftliche Probleme verantwortlich. Das führte zu Ausschreitungen gegen Roma-Siedlungen, in Konin (Mittelpolen) z.B. kam es zu Brandstiftungen.
1987: Der junge Sinto Janko Lauenberger wuchs in der DDR auf. Von den Kindern wurde er beschimpft. Am 18.11.1987 verfügte ein DDR-Jugendhilfsausschuss die Einlieferung des 11jährigen Jungen in ein Spezialkinderheim nach Bad Langensalza.
1989: Eine 1989 veröffentlichte Meinungsumfrage unter Mitgliedern der ungarischen KP im Bezirk Borsod ergab, dass zehn Prozent der Parteimitglieder eine „Endlösung” der Zigeunerfrage für wünschenswert halten, das heißt Sterilisation oder physische Vernichtung.
1990: Im Jahr 1990 wird in Sfintu Gheorghe (Rumänien) eine Mauer gegen die Roma-Minderheit errichtet.
Juli 1990: Im Juli 1990 wurde in Tschechien ein türkischer Staatsbürger von 23 Menschen angegriffen und mit Ketten und Baseballschlägern zu Tode geprügelt; wahrscheinlich, weil er mit einem Roma verwechselt wurde.
12.06.1992: Am 12. Juli 1992 werden in Skočić (Ost-Bosnien) durch serbisch-nationalistisches Paramilitärs angeführt von Sima Bogdanović („Der Tschetnik“) 22 Roma-Bewohner ermordet.
1993: Bei einer Umfrage in England gaben im Jahr 1993 zwei Drittel der englischen Bürger an, eine Nachbarschaft von „gypsies“ abzulehnen
September 1993: Im September 1993 wurden bei einem rumänisch-nationalistischen Pogrom in dem Dorf Hadareni (Rumänien) drei Roma ermordet, 13 Häuser niedergebrannt und die restlichen Roma getötet. Eine Strafverfolgung blieb aus, die Polizei schaut tatenlos zu.
24. September 1993: Nazi-Skinheads attackierten eine Roma-Gruppe in Písek (CR) und treiben sie in den Fluss Otava. Ein 17-jähriger Roma-Junge stirbt.
Oktober 1993: Im Oktober 1993 werden bei einem rumänsch-nationalistischen Pogrom in dem Dorf Hadareni (Rumänien) drei Roma ermordet, 13 Häuser niedergebrannt und die restlichen Roma getötet. Eine Strafverfolgung blieb aus.
14. Mai 1995: Am 14. Mai 1995 greifen vier Nazi-Skins einen 42-jährigen Roma in seinem eigenen Haus in Žďár nad Sázavou (CR) an. Er erliegt seinen Verletzungen
4. Februar 1995: Vier Roma-Männer (Erwin und Karl Horvath, Josef Simon und Peter Sarkozi) werden in Oberwart (Österreich) bei dem Versuch eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien!“ durch ein Bombenattentat ermordet.
21. Juli 1995: Eine Gruppe von Nazi-Skins in Žiar nad Hronom (Slowakei) greift den 18jährigen Roma-Jungen Mário Goral an, übergießt ihn mit Nenzin und zündet ihn an. Der Jugendliche stirbt an seinen Wunden.
Februar 1996: In der Stadt Krnov werfen fünf Jugendliche Molotov-Cocktails in eine Wohnung von zwei Roma-Familien. Das Feuer kann von der Feuerwehr gestoppt werden. Wenige Tage später wiederholen die Jugendlichen ihre Tat bei einer anderen Wohnung.
April 1996: In der Stadt Hontianské Nemce (Slowakei) legen im April 1996 Nazi-Skins ein Feuer an einem Roma-Haus töten einen Mann und verletzen drei weitere Personen.
Januar 1998: Im Januar 1998 wirft eine Gruppe von Eindringlingen einen Molotov-Cocktail in die Wohnung einer Roma-Familie in Krnov (CR). Dabei erleidet eine 48jährige Frau Brandwunden und ein Mann wird leicht verletzt.
17. Mai 1998: Vier Nazi-Skins griffen in Orlová-Lutyně (CR) einen 40jährigen Roma an, lassen ihn auf der Straße liegen, wo er von einenm Polizisten überfahren wird.
1999: Im tschechischen Usti nad Labem wird eine Mauer zwischen Herkunfts-Tschechen und Roma errichtet.
Sommer 1999: Im Sommer 1999 beginnt in Folge des Kosovo-Krieges die Vertreibung der Roma-Minderheiten (Roma, Ägypter, Ashkali) durch albanische Nationalisten, aus den Reihen der von der NATO unterstützten UCK. Diesen ethnischen Säuberungen fallen 100.000 Roma zum Opfer, die fliehen. Von den ehemals 150.000 Roma lebten 2008 nur noch etwa 30.000 im Kosovo.
Juni 1999: Ende Juni 1999 wird in Folge des Kosovo-Krieges von albanischen Nationalisten die „Romska Mahala“ (Roma-Viertel) mit 750 Häusern niedergebrannt und 8.000 Bewohner_innen vertrieben.
27. Juni 1999: Am 27. Juni 1999 wurden die Roma von Gnjilna (Kosovo) das Ziel von albanischen Hass-Attacken. In einem Zeitraum von drei Wochen wurden Brandanschläge verübt, insgesamt wurden so 135 Wohnhäuser der Roma-Minderheit ein Raub der Flammen.
13.10.-25.11.1999: Vom 13. Oktober bis zum 25. November 1999 wird in Usti nad Labem ein Zaun zwischen einer von Roma bewohnten Mietskaserne und einer Einfamilienhaussiedlung hochgezogen.
21. Juli 2001: In Tschechien wird der 30jährige Roma Ota Absolón von dem rassistischen Skinhead Vlastimil Pechanec erstochen.
Juni 2002: Im Juni 2002 starb der 23jährige Roma Vladimír Pecha auf der Polizei-Station in Brno (Tschechien) vermutlich infolge von Misshandlungen.
2005: Im tschechischen Presov wird eine Mauer zwischen Herkunfts-Tschechen und Roma errichtet.
Im Frühjahr 2006 wurde eine Roma-Gruppe durch Brandstiftung an ihren Wohnwagen aus dem elsässischen Ensisheim bei Colmar (Frankreich) vertrieben. Dabei wurden auf Geheiß des Bürgermeisters 14 Wohnwagen kroatischer und rumänischer Roma von vier Polizisten angezündet. 1.000 von 7.000 Einwohnern hatten mit ihrer Unterschrift das Vorgehen des Bürgermeisters befürwortet.
Im Oktober 2006 wurde eine Roma-Familie im slowenischen Dorf Ambrus durch eine „Bürgerwehr“ bzw. einen Mob von 200 Bürgern attackiert und vertrieben.
Dezember 2006: Bewohner eines Vorortes von Mailand haben im Dezember 2006 ein Zeltdorf angezündet, in dem Sinti und Roma nach der Vertreibung aus einem anderen Ort untergebracht waren.
Ende 2006: Ende 2006 kam es zu wiederholten Angriffen auf ein Roma-“Camp“ in Opera (Italien). Immer wieder versammelte sich eine aufgebrachte Menge vor dem „Camp“ und wiederholt wurden gut besuchte Demonstrationen von Neofaschisten gegen die Roma organisiert.
2007: Der drogenabhängige Roma (?) Jan Tót wird von vier Nazi-Skinheads verbrannt, die an einer Demonstration der nationalen Korporativisten teilnahmen.
September 2007: Anfang September 2007 wurden in Pavia in der Lombardei (Italien) Roma auf einem Gutshof von einer Zusammenrottung von Menschen mit Steinen angegriffen. Dabei schrie die Menge: „Zigeuner, wir werden euch alle verbrennen.“. Diese Angriffe wiederholten sich noch mehrmals; einmal waren die Ausgangstür mit einer schweren Kette und zwei Vorhängeschlössern verschlossen worden.
17. September 2007: Am 17. September 2007 fand in Rom (Italien) ein Brandanschlag auf ein Roma-„Camp“ in der Nähe der Brücke Mammolo statt.
19. September 2007: Eine Gruppe von 30 bewaffneten Gewalttätern hat am Abend des 19. September Abend ein „Camp“ von Roma in der Nähe der italienischen Hauptstadt Rom angegriffen. Die vermummten Männer waren nach Angaben der italienischen Polizei mit Ketten, Schlagstöcken, Steinen und Flaschen bewaffnet und schleuderten zwei Molotow-Cocktails auf das Lager.
Bereits am Vorabend hatte der rassistische Mob die Siedlung angegriffen und vier Brandbomben geworfen, von denen zwei explodierten. Verletzte hatte es nicht gegeben.
2007: Im Jahr 2007 starben vier Kinder bei einem Brand in einem Roma-Barackenlager in Livorno (Italien). Die Eltern wurden wegen „Verwahrlosung von Minderjährigen“ verhaftet. Nach Angaben der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ gibt es jedoch mehrere Hinweise für einen Brandanschlag.
9. Dezember 2007: Etwa 250 Angehörige der rechtsextremen Ungarischen Garde sind am 9. Dezember in der auch von Roma bewohnten Ortschaft Tatarszentygyörgyin Ungarn aufmarschiert, um gegen angebliche „Zigeunerkriminalität“ zu protestieren.
2008: Silvio Berlusconi eröffnete seinen Wahlkampf mit der Parole: »Keine Toleranz für Roma, Illegale und Kriminelle« (Forza Italia).
22. Januar 2008: Auf dem Marktplatz in Szigetvár (Ungarn) werden zwei Roma-Frauen von fünf jungen Männern aus Barcs tätlich angegriffen.
1. März 2008: Das Haus des Vertreters der Roma-Selbstverwaltung in Tiszaroff (Ungarn) von Kunmadaras wird mit Hassparolen beschmiert und angezündet.
15. März 2008: Am Ungarischer Nationalfeiertag schlagen in Tapolca (Ungarn) zwei 17jährige Jungen schlagen in der Nähe einer Kneipe ohne jeden vorhergehenden Wortwechsel einen Roma auf der Strasse zusammen und treten auf ihn ein. Das 32jährige Opfer wird im Koma mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Krankenhaus von Ajka eingeliefert.
13. Mai 2008: In der Nacht zum 13. Mai 2008 wurde nach anhaltender antiziganistischer Hetze der Medien ein Roma-Camp bei Neapel (Italien) von Bewohner_innen der Nachbarschaft, die sich mit Stangen und Molotov-Cocktails bewaffnet hatten, angegriffen.
3. Juni 2008: Auf drei von Roma bewohnte Häuser in Pátka (Ungarn) werden Molotovcocktails geworfen. Niemand wird verletzt, aber in einem Zimmer, in dem Kinder schlafen, kommt es zum Brand. Drei Mitglieder der örtlichen Bürgerwehr werden unter dem Verdacht der Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen.
15. Juni 2008: Nach einem Streit in einer Kneipe in Fényeslitke (Ungarn) ersticht ein 40jähriger mit einem Messer einen 14jährigen Roma und fügt dessen 16jährigem Freund schwere Verletzungen zu.
21. Juli 2008: Kurz nach Mitternacht wird in Galgagyörk (Ungarn) auf ein Einfamilienhaus, in dem drei Roma wohnen, geschossen. Mehrere Kugeln durchschlagen die Fenster und bohren sich im Inneren des Gebäudes in die Wand, aber verletzt wird niemand.
5. September 2008: Am 5. November wird in Nyíradony-Tamáspuszta (Ungarn) auf ein Haus, in dem Roma schlafen, geschossen. Keine Verletzten.
8. August 2008: In Piricse (Ungarn) werden auf zwei von Roma bewohnte Häuser Anschläge mit Molotovcocktails verübt. Als eine ältere Frau auf die Strasse kommt, wird sie ins Bein geschossen.
19. August 2008: Am späten Abend werfen in Székesfehérvár (Ungarn) randalierende Jugendliche Steine ins Haus eines mehrheitlich von Roma bewohnten Hauses, ein zwölfjähriges Roma-Mädchen wird lebensgefährlich verletzt.
18. Oktober 2008: Am 18. Oktober 2008 randalierten rund 200 Neonazis in dem Roma-Viertel Janov. Janov ist eine von rund 300 Enklaven in Tschechien, in denen überwiegend Roma wohnen.
3. November 2008: Am 3. November wurde eine Roma-Siedlung in der ostungarischen Ortschaft Nagycsecs mit Molotow-Cocktails angegriffen und zwei Roma (40 und 43) mit Schrotgewehren erschossen.
17. November 2008: Am 17. November 2008 veranstaltete die Neonazi-Partei „Delnicka strana“ („Arbeiterpartei“) mit der Gruppe „Narodni Odpor“ („Nationaler Widerstand“) eine Kundgebung unter dem Motto „Schluss mit den Samthandschuhen“ (gegen Roma) in Litvinov (CR). Auf Plakaten riefen die angereisten 600 Neonazis zur „Schädlingsbekämpfung“ auf. Nach der Kundgebung machten sich die Neonazis bewaffnet mit Schlagstöcken, Brandsätzen und Schusswaffen in Richtung des Romavierteld Janov auf, etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum von Litvinov entfernt.
18. November 2008: In der südungarischen Stadt Pecs wurden am 18. November die Eltern dreier Kinder durch einen Handgranatenangriff auf ihr Haus getötet. Zwei ihrer drei kleinen Kinder werden unter Schock ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei verdächtigt Ende Februar zwei Romamänner, die Straftat begangen zu haben.
15. Dezember 2008: In der Romasiedlung von Alsózsolca (Ungarn) hackt ein 19jähriger Roma gerade Holz auf dem Hof, als zweimal auf ihn geschossen wird. Der Mann wird lebensgefährlich verletzt, seine Lebensgefährtin erleidet einen Streifschuss.
2009: Nach einer Umfrage der »International School Psychology Association« würde sich jeder zweite ungarische Schüler nicht neben einen Roma-Mitschüler setzen.
23. Februar 2009: Am Morgen des 23. Februar 2009 ermordeten Unbekannte mit einer Schrotflinte den 27jährigen Rom Robert Csorba und dessen fünfjährigen Sohn in einem Dorf Tatárszentgyörgy nahe Budapest, als diese sich aus ihrem brennenden Haus auf die Straße retteten.
April 2009: Ein Roma-Mann, der sich in Tiszalök (Ungarn) eben auf den Weg zur Arbeit machen wollte, wird ermordet.
7. April 2009: Am 7. April 2009 kam es in Novi Beograd zu einem schweren Überfall durch 30 bewaffnte Neonazis auf die „Karton-City“, eine überwiegend von Roma bewohnte Slum-Siedlung. Die Polizei griff nicht ein. Lokale Machthaber und Großunternehmer hatten das Gelände für den Bau eines Komplexes der Universiade (internationale Weltsportspiele der Studenten) vorgesehen. Drei Tage zuvor hätte mit dem Abriss begonnen werden solle, die Bewohner lebten jedoch noch hier, sie hatten noch keine Alternativ-Wohnungen. Natürlich wurde dieser Vorwurf nie geklärt; aber Polizisten, welche dort anwesend waren und angeblich die Siedlung geschützt haben, sagen aus, dass sie sich nicht einmischen durften.
Aus: Faschistisches Potenzial in Serbien. Ein Bericht aus Nis, in: Antifa-Infoblatt Nr. 91 – 2.2011, Seite 50
19. April 2009: Neonazis warfen am 19. April 2009 drei Molotov-Cocktails in das Wohnhaus einer neunköpfigen Roma-Familie in Vitkov im Osten der Tschechischen Republik, in der Nähe von Ostrava.Vor dem Wurf der Brandbomben brüllten die Neonazis „So, Zigeuner, jetzt werdet ihr brennen!“. Drei Menschen wurden bei der Tat schwer verletzt, u.a. erlitt das jüngste Familienmitglied, die zweijähriges Natálka Verbrennungen an etwa 80% ihres Körpers und wird vermutlich ihr Leben lang auf ärztliche Hilfe angewiesen sein. Auch die 27jährige Mutter des Mädchens erlitt an 30 Prozent des Körpers Verbrennungen 2. und 3. Grades.
Im September 2009 konnte die tschechische Polizei eine Gruppe von zwölf Verdächtigen, aus dem Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ festnehmen. Gegen vier von ihnen wurde eine Anklage wegen versuchten Mordes mit rassistischem Motiv erlassen. Drei der vier beschuldigten Neonazis haben eine Tatbeteiligung inzwischen eingeräumt.
Juni 2009: Im Juni 2009 fliehen nach einem antiziganistischen Pogrom durch Anhänger der Terrorgruppe „Combat 18“ in Belfast 100 rumänische Roma aus Nordirland.
Juli 2009: In den letzten Juliwochen 2009 wurden in einem Roma-Viertel der kosovarischen Ortschaft Gnjilane Roma durch ihre albanischen Nachbarn ohne erkennbaren Grund attackiert. Dabei wurden angeblich mehrere Roma verletzt.
02.08.2009: Am 2. August 2009 kam es zu einem einen rassistischen Übergriff auf Roma in Osttirol (Österreich). Eine französische Romafamilie machte Halt in Ainet, wo sie die Nacht in ihren Wägen verbringen wollten. Nach Mitternacht zog ein mit Stangen bewaffneter und teilweise alkoholisierter Mob zum Rastplatz, wo „Zigeuner raus!“-Rufe erschallten und auf die Wohnwägen getrommelt wurde. Die völlig verängstigten Roma fuhren daraufhin noch in der Nacht weiter.
10.08.2009: Am 3. August wurde in Kisléta die 45-jährige Mutter Mária Balogh erschossen, die damit innerhalb von zehn Monaten bereits das sechste Mordopfer rassistischer Gewalt gegen Roma in Ungarn wurde.
August 2009: Als die amerikanische Sängerin Madonna im August 2009 bei ihrem Konzert in der rumänischen Hauptstadt Bukarest für Toleranz gegenüber Roma und Homosexuellen warb, wurde sie von tausenden Zuhörern ausgebuht.
Oktober 2009: In dem ostslowakischen Ort Ostrovany wurde im Oktober 2009 eine 150m lange Zweimeter-Mauer (Kosten: 13.000 Euro) zur Trennung von so genannten „Weißen“ und Roma errichtet.
6. Januar 2010: Etwa 1.000 türkisch-nationalistische Rassisten haben am 6. Januar 2009 in der westtürkischen Kleinstadt Selendi eine Roma-Siedlung verwüstet. Nach dem rassistischen Pogrom auf die Siedlung, der teilweise mit Brandsätzen durchgeführt wurde, veranlasste der Gouverneur am 7. Januar die Umsiedlung der 74 Roma in die Nachbarstadt Salihli.
April 2010: Italiens Behörden begannen Anfang April 2010 damit, Roma-Camps in und rund um die Hauptstadt zu räumen. Gemäß einem „Nomaden-Notstandsplan“ sollen 7.200 Sinti und Roma aus ihren Siedlungen vertrieben werden.
April 2010: Im April 2010 scheiterte ein Brandanschlag auf ein von Roma bewohntes Haus in Opava (CR). Kurz zuvor konnte ein durch Brandflaschen entfachtes Feuer im Kinderzimmer einer Roma-Familie in Ostrava rechtzeitig gelöscht werden.
Juni 2010: Im Juni 2010 versuchten Dorfbewohner aus Jabuka, einem Dorf nördlich von Belgrad, Roma-Familien zu vertreiben oder zu lynchen.
August 2010: Nach Ausschreitungen zwischen Polizisten und der Sinti-Gemeinde von Saint-Aignan im Juli 2010 erklärte die französische Regierung erklärte den Roma den Krieg und begann mit Kontrollen in den Roma-Lagern und Zwangsauflösungen.Im August lässt der französische Präsident über 50 von 600 illegalen Roma-Lagern zwangsräumen und mindstens 8.000 Roma nach Bulgarien oder Rumänien abschieben.
Die Massenabschiebung von campenden Roma aus Lyon Ende August hatte eine einem Schwerstverletzten zur Folge. Ein 54-jähriger Mann sei bei der Räumung des Camps durch Bulldozer am Kopf und an den Gliedmaßen so schwer verletzt worden, dass seine Ehefrau fest mit seinem Tode gerechnet habe.
30. August 2010: In dem westslowakischen Ort Devînska Nová Ves (ein Stadtteil von Bratislava)- unweit der österreichischen Grenze – erschoss am 30.08.2010 ein Roma-feindlicher Ex-Soldat kaltblütig sechs Angehörige einer Roma-Famile mit einer Maschinenpistole. Die Familie lebte im selben Haus wie der Mörder. Nach dem Massaker richtete der bereits als Waffenfetischist und Hitlerverehrer aktenkundige Täter seine Maschinenpistole gegen sich selbst und nahm sich das Leben.
November 2010: Im November 2010 wird in südostbulgarischen Stadt Jambol (Ямбол) ein ganzes Roma-Wohnviertel abgerissen, hunderte Roma-Familien mit zahlreichen Kleinkindern werden dadurch obdachlos.
2. Dezember 2010: Am Abend des 2. Dezember 2010 wurden zwei junge Rom in einem Bus im Stadtzentrum von Sofia (Bulgarien) von Nazi-Skins zusammengeschlagen. Ein schwer verletztes Opfer musste mit einem Schädelbruch und einer Gehirnverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
31.12.2010: Am 31. Dezember 2010 wurde in Sesto Fiorentino bei Florenz (Italien) auf ein Roma-Lager mit 100 Bewohner_innen ein Brandanschlag verübt1, bei dem die Siedlung abbrannte. Nur durch Glück gab es keinerlei Verletzte.
12.03.2011: Im Umfeld einer Neonazi-Demo in Nový Bydžov (CR) am 12.03.2011 wurde eine Gruppe von drei Roma von zwanzig Neonazis überfallen. Eines der Opfer musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Juni 2011: Im Juni 2011 wurde in Baia Mare (Rumänien) eine Beton-Mauer um zwei Roma-Wohnblöcke erbaut.
11.07.2011: In den Morgenstunden des 11. Juli 2011 wurde die Wohnung einer Roma-Familie in Býchory (Tschechien) von Rassisten mit einem Brandsatz attackiert.
09.08.2011: Am 9. August 2011 attackierten Unbekannte in Krty (Tschechien) in der Nacht ein von Roma bewohntes Haus mit Molotov-Cocktails. Einer der 12 Bewohner erlitt leichte Brandwunden weil er das Feuer austrat.
26.08.2011: Am 26. August 2011 fand in Novy Bor (Tschechien) eine „Versammlung gegen Gewalt und Kriminalität”, die vom sozialdemokratischen Bürgermeister von Rumburk angemeldet wurde und an der 800 Menschen teilnahmen. An der Kundgebung beteiligten sich auch Angehörige der rechten Gruppe „Občanský odpor“ („Bürgerlicher Widerstand“). Als Teilnehmer der Kundgebung beginnen am Haus einer Roma-Familie den Zaun einreißen und Fensterscheiben einzuwerfen, werden sie von der Polizei gestoppt.
02.09.2011: Am 2. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration unter dem Motto „Der Topf läuft über“ statt, an der rund 200 bis 500 Menschen teilnahmen. Einem Großaufgebot der Polizei gelingt es, die Brücken über den Fluss Mandava und damit den Weg zu dem Roma-Viertel zu blockieren.
02.09.2011: Am 2. September 2011 fand in Rumburk (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der bis zu 1.500 Menschen, Anwohner und Rechte, teil genommen haben. Hier griffen Teilnehmer ein von Roma bewohntes Haus an.
03.09.2011.: Am 3. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) erneut eine antiziganistische Demonstration statt, an der rund 1.200 Menschen, etwa 300 Neonazis und 900 Bürger, teil genommen haben. Zu dem nicht genehmigten Protestzug hatte die extrem rechte Gruppe „Svobodná mládež“ („Freie Jugend”) im Internet aufgerufen. Aus der Anti-Roma-Demonstration wurden Sprüche wie „Zigeuner zur Arbeit!“ oder „Zigeuner ins Gas!“ skandiert.
Als eine Gruppe von mehreren hundert Anwohnern und Rechten versuchte in ein Roma-Viertel vorzudringen, stellten sich ihnen 150 bis 200 Roma entgegen. Wenige Meter vor den Roma-Quartieren gelingt es den schwer bewaffneten Anti-Riot-Polizisten eine kleine Absperrkette zu bilden.
10.09.2011: Am 10. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 300 bis 1.000 Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS). Etwa 600 Polizisten verhinderten direkte Angriffe auf Roma.
10.09.11: Am 10. September 2011 fand in Nový Bor (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der mehrere hundert bis 900 Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS).
Am frühen Nachmittag versammelten sich rund 300 bis 400 Neonazis und etwa 100 bis 200 Einwohner am Bahnhof in Nový Bor. Als der Zug auf dem Marktplatz von Nový Bor ankommt, warten dort noch einmal knapp 300 Anwohner.
10.09.11: Am 10. September 2011 fand in Rumburk (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der mehrere hundert bis zu ??? Menschen teil genommen haben. Organisator war die Nazi-Partei „Dělnická strana sociální spravedlnosti“ („Arbeiterpartei der sozialen Gerechtigkeit“, DSSS).
17.09.11: Am 17. September 2011 fand in Varnsdorf (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der bis zu 3.500 Menschen teil genommen haben. Der Demozug endete kurz vor der, von Roma bewohnten Unterkunft, vor einer Polizeikette.
24.09.2011: Am 24. September 2011 fand in Havirov (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 500 Menschen teilgenommen haben. Veranstalter war die Partei DSSS.
25.09.2011: In der Nacht zum 25. September 2011 kommt es in dem bulgarischen Dorf Katunitsa (2.400 Einwohner_innen) zu Ausschreitungen gegen Roma. Daran sind bis zu 3.000 Menschen beteiligt, darunter 2.000 Fußballhooligans aus der zweitgrößten bulgarischen Stadt Plovdiv. Drei Häuser einer Roma-Großfamilie wurden gestürmt und teils in Brand gesetzt, eines der Gebäude wurde dabei weitgehend zerstört.
08.10.2011: Am 8. Oktober 2011 fand in Usti (Tschechien) eine antiziganistische Demonstration statt, an der 500 Menschen teilgenommen haben. Veranstalter war die Partei DSSS.
21.10.2011: Im südpolnischen Krosnica wurde in der Nacht vom 21. Oktober 2011 zwei Molotov-Cocktails auf das Haus einer Roma-Familie geworfen, die aber wieder gelöscht werden konnten. Bereits vorher hatte es immer wieder Angriffe mit Steinen gegeben.
10.12.2011: Nach einem falschen Vergewaltigungsvorwurf einer jungen Italienerin hat am Abend des 10. Dezember 2011 in Turin ein rassistischer Mob ein Roma-Camp in Brand gesetzt. Aus einem rassistischen Protestzug lösten sich rund hundert Personen, die die Roma-Quartiere direkt „mit Knüppeln, Steinen und Brandsätzen“ angegriffen. Die Polizei nahm nach Presseberichten nur zwei Täter fest.
Ende 2011: Ende 2011 wurde in Prag-Jarov eine Roma-Frau ermordet. Als tatverdächtig gilt eine Gruppe von rechten Jugendlichen, die bereits mehrfach Obdachlose angegriffen hat.
01.01.2012: Am Morgen des 1. Januar 2012 wird Ladislav Tatár, ein 22jähriger Angehöriger der Roma-Minderheit und Vater zweier Kinder, in Tanvald (Tschechien) erschossen und sein älterer Bruder Patrik (23) verwundet. Antiziganistische Tatmotive werden bei dem Mordschützen Jan S. vermutet.
15.01.2012: Am 15. Januar 2012 kommt es in Varnsdorf (Tschechien) zu einer antiziganistischen Demonstration mit 200 Teilnehmern.
Ende Februar 2012: Ende Februar 2012 warfen zwei maskierte Männer in Aš (Tschechien) Molotov-Cocktails gegen ein Hotel in dem auch zwei Roma-Familien leben.