Archiv der Kategorie 'Geschichte des Antiziganismus'

Roma-Day in Berlin: Aufstehen gegen Rassismus und Nationalismus

Mehr als 70 Jahre nach dem Genozid an Sinti und Roma gehören massive Diskriminierung und Ausgrenzung für beide Minderheiten immer noch zum Alltag. In Berlin kamen daher zum „Romaday“ Angehörige beider Gruppen sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft zusammen, um nach neuen Lösungsansätzen für die Praxis zu suchen.

Holocaust. Shoa. Fast jeder kennt diese Begriffe: Sie stehen für den Völkermord an den europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Aber wie vielen Deutsche sagt der „Porajmos“ etwas? Der Ausdruck bedeutet übersetzt „Das Verschlingen“ und ist eine Bezeichnung für die systematische Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Zeit in Deutschland und Europa. Die geschätzten Opferzahlen schwanken zwischen 200.000 bis hin zu einer halben Million Menschen. Sicher aber ist: Es war ein Völkermord. Ein Völkermord, der erst 1982 durch die sozialliberale Koalition von Kanzler Helmut Schmidt anerkannt wurde. Vor gerade einmal fünf Jahren wurde den Opfern ein Denkmal im Berliner Tiergarten gewidmet. (mehr…)

Roma-Gedenkstätte ersetzt Schweinemast

Jahrzehntelang steht in Lety bei Prag eine Schweinemast auf einem früheren NS-Lagergelände. Nun kauft der tschechische Staat den Betrieb auf, um ein würdiges Gedenken zu ermöglichen. Am Donnerstag wurde der Kaufvertrag unterzeichnet.

Mehr als 13 000 Schweine dort, wo Hunderte Roma im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordet wurden: Für die wenigen Überlebenden und Nachfahren der Opfer des NS-Lagers Lety im heutigen Tschechien ist es eine unerträgliche Vorstellung, dass sich auf dem Gelände seit Jahrzehnten eine Schweinemast befindet. Wo die Baracken standen, sind graue Ställe. Doch nun gibt es definitiv eine Lösung für das Problem. Am Donnerstag unterzeichnete Tschechiens Kulturminister Daniel Herman den Kaufvertrag für den Agrarbetrieb, wie eine Sprecherin mitteilte. (mehr…)

Ausgrenzung unter Christen: Ressentiments gegen „Zigeuner“ sind älter als die Reformation

Sinti und Roma werden vom Rest der Bevölkerung in der Regel abgelehnt. Auch überzeugte Christen lehnen sie ab, obwohl die meisten Sinti und Roma christlich sind. Der Zentralrat der Sinti und Roma wollte es genauer wissen und hat ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Während im großen Saal des Hauses der EKD am Berliner Gendarmenmarkt über Antiziganismus und Protestantismus diskutiert wird, steht draußen – direkt neben dem Fahrstuhl – Martin Luther auf einem Sockel. Der Begründer der evangelischen Kirche ist an den Vorurteilen gegenüber den „Zigeunern“ nicht ganz unschuldig, macht Verena Meier deutlich. Die Historikerin, die das Gutachten erstellt hat, zitiert aus einer Schrift des Reformators von 1543:

„‚Die itzigen Juden müssten sein eine grundsuppe aller losen, bösen Buben, aus aller Welt zusammengeflossen, die sich gerottet und in die Lender hin und her zerstrewt haben, wie die Tattern oder Zigeuner und dergleichen, die leute zu beschweren mit wucher, die Lender zu verkundschaffen und zu verrathen, wasser zu vergiften und brennen, kinder zu stelen und allerlei meuchel schaden zu thun.‘ Und diese Aussage finde ich ganz spannend, weil sich da Querverbindungen zwischen Antisemitismus und Antiziganismus zeigen.“

Doch das Ressentiment gegen die „Zigeuner“ ist älter als die Reformation. Bereits auf dem Freiburger Reichstag von 1498 wurden Sinti und Roma, deren Vorfahren aus Indien eingewandert waren, als Spione der feindlichen Türken dargestellt. Der Vorwurf verschwand zwar mit der Zeit, doch das Bild vom fahrenden und arbeitsscheuen Volk blieb – und so wurden Sinti und Roma im 19. Jahrhundert zum Objekt missionarischen und pädagogischen Handelns der Kirche.

Die so genannte „Zigeunermission“ bestand weniger darin, die Sinti und Roma zu bekehren – die meisten waren längst Christen – als sie vielmehr zur Arbeit zu erziehen. Inwieweit diese paternalistische Haltung auch in den theologischen Schriften angelegt ist, lässt das Gutachten offen. „Umfassende Studien zum Verhältnis von protestantischer Arbeitsethik und Antiziganismus fehlen gänzlich“, heißt es dort. Doch egal ob theologisch begründet oder nicht: „Wir brauchen keinen Paternalismus“, betont der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose.

„Das ist das erste, was die Kirche sehr oft in ihren Traditionen hatte. Wir brauchen ein Miteinander auf Augenhöhe und wir brauchen das Eingeständnis, dass man damals versagt hat. Es gibt das Stuttgarter Schuldbekenntnis, das richtet sich ja, dass man jüdische Menschen damals nicht geschützt hat, aber die Kirchen, die verstrickt waren, auch in Bezug auf die totale Vernichtung unserer Minderheit, hat uns in dieses Schuldbekenntnis nicht mit einbezogen.“

Das dunkelste Kapitel des Antiziganismus

Die Vernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus ist das dunkelste Kapitel des Antiziganismus. Es gibt zwar bislang keine verlässlichen Angaben über die Zahl der Opfer – Historiker gehen von 200.000 bis 500.000 Ermordeten in ganz Europa aus – doch dass es ein Völkermord war, ist unstrittig. Ähnlich wie die Juden galten die „Zigeuner“ als „artfremd“ und wurden vielfach nicht nur staatlich, sondern auch religiös ausgegrenzt. So erklärte die Sächsische Evangelisch-Lutherische Landessynode im Dezember 1933:

„Die Volkskirche bekennt sich zu Blut und Rasse, weil das Volk eine Bluts- und Wesensgemeinschaft ist. Mitglied der Volkskirche kann daher nur sein, wer nach dem Rechte des Staates Volksgenosse ist.“

Und auch diejenigen Landeskirchen und Gemeinden, die nicht lautstark auf die Linie der Nationalsozialisten einschwenkten, kollaborierten meist. Sie stellten den Rassebiologen ihre Kirchenbücher zur Verfügung: oft die einzige Quelle, aus der hervorging, wer Sinti und Roma unter seinen Vorfahren hatte. Widerstand gegen die Deportationen gab es dagegen so gut wie gar nicht – auch die Bekennende Kirche schwieg.

Ein Schweigen, das bis heute weitgehend anhält, wenn es um den Umgang mit Antiziganismus geht. Es fehlt an umfassenden Forschungen, lautet eine zentrale Aussage des Gutachtens. Die Aufarbeitung der Diskriminierungsgeschichte der Sinti und Roma scheint für Kirchenhistoriker keine besondere Bedeutung zu haben. Der damalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber bekannte 2004 zwar eine Mitschuld der Kirchen am Völkermord an den Sinti und Roma, doch eine weitgehendere Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus ist daraus nicht hervorgegangen.

Keine Gespräche mit Sinti und Roma

Wenn aber der Völkermord an den Juden und an den Sinti und Roma der gleichen Aufmerksamkeit bedarf, warum gibt es in der evangelischen Kirche dann seit Jahrzehnten einen christlich-jüdischen Dialog aber kein regelmäßiges Gespräch mit Sinti und Roma, fragte die Historikerin Susanne Willems bei der Vorstellung des Gutachtens – und versuchte selbst eine Antwort zu geben.

„Meine These dazu ist, dass die Voraussetzung ist, dass wir als evangelische Angehörige der Mehrheitsgesellschaft das ‚Nur-Deutsche-Sein‘ als Defizit begreifen müssen, wenn wir uns Angehörigen von Minderheiten zuwenden, die nicht nur ‚Nur-Deutsche‘ sind, sondern mehr als ‚Nur-Deutsche‘“.

Ob es für den Dialog ein solches Eingeständnis braucht, ist allerdings fraglich. Die evangelische Landeskirche in Württemberg geht seit Jahren einen anderen Weg. Sie hat die Stelle eines Beauftragten für die Zusammenarbeit mit Sinti und Roma geschaffen. Gemeinsam mit einem Vertreter der Minderheit geht er regelmäßig in Schulen. Es ist wichtig, den Bildern und Klischees die Begegnung entgegenzusetzen, sagt der Leiter des Referates für Mission, Ökumene und Entwicklung in der evangelischen Landeskirche Württemberg, Klaus Rieth.

„Dass die Schüler zum ersten Mal einen wirklichen Anhänger dieser Gruppe sehen, mit ihm sprechen können und da passiert enorm viel, weil da merkt man dann, da ist jemand, der ist wie ich, wie mein Nachbar, der redet wie ich, dieselbe Sprache viele Vorurteile brechen da zusammen.“

Doch um zu erfahren, woher die Vorurteile gegen Sinti und Roma kommen und wie sie bis heute, in Bildern, Texten und Erzählungen tradiert werden, ist noch viel Forschung notwendig – auch über die Beziehung zwischen Antiziganismus und Protestantismus.

Quelle: Deutschlandfunk
Stand: 05.10.2017

KZ Lety: Würdige Gedenkstätte statt stinkender Schweinefarm

Seit Jahren kämpfen europäische Roma dafür, die Schweinemast auf dem ehemaligen KZ-Gelände im tschechischen Lety zu schließen. Sie fordern einen würdigen Erinnerungsort statt der aktuell dort angesiedelten Mastanlage. Nun gibt es im Streit um das Gelände überraschend eine Einigung.

Während des zweiten Weltkriegs waren im sogenannten “Zigeunerlager” im tschechischen Lety über 1.300 Roma inhaftiert. Nach offiziellen Zahlen sind hier über 300 Menschen gestorben, die meisten anderen Gefangenen wurden später nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Bis heute liegen auf dem Grund eines nahegelegenen Sees in Lety die Überreste zahlreicher ertränkter Kinder. (mehr…)

„Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau: Würzburg gedenkt ermordeter Sinti und Roma

Am 2. August 1944 starben in dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau 2.897 Sinti und Roma. Anlässlich eines internationalen Gedenktags ist auch in Würzburg an die Ermordung dieser Menschen erinnert worden.

Am Vormittag wurde am Mahnmal am Paradeplatz hinter dem Dom ein Kranz niedergelegt. Das 2005 eingeweihte Mahnmal besteht aus einem drehbaren Metallwürfel, der in Deutsch und Romanes die Inschrift zeigt: „Zum Gedenken an die Würzburger Sinti, die dem nationalsozialistischen Völkermord in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern zum Opfer fielen“.

Friedenspreisträgerin hält Rede

Am Gedenken haben neben Vertretern der Stadt Würzburg auch Sinti und Roma aus Würzburg teilgenommen. Eine von ihnen war Rita Prigmore. Die Trägerin des Würzburger Friedenspreises 2013 hat zahlreiche Verwandte in Auschwitz verloren und hat zum Gedenken eine Rede gehalten.

„Unsere Aufgabe ist es heute, gegen jede Art von Rassismus zu kämpfen. Und wir müssen gemeinsam kämpfen und uns einsetzen. Der Rassismus und der Extremismus beginnen im Kleinen, im Alltag, schleichend. Deshalb bitte ich Euch von Herzen: geht auf Menschen zu, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind, über die man schlecht redet und denkt. Sorgt dafür, dass jeder Mensch in Würde leben kann.“
Rita Prigmore, Trägerin des Würzburger Friedenspreises 2013

Vor allem ältere Menschen, Frauen und Kinder

Die in den Gaskammern des so genannten „Zigeunerlagers“ ermordeten Sinti und Roma waren vor allem ältere Menschen, Frauen und Kinder. 30 namentlich bekannte Würzburger Sinti wurden deportiert, nur vier überlebten. Kurz vor dem 2. August 1944 deportierten die Nazis alle arbeitsfähigen Sinti und Roma aus Birkenau nach Deutschland in andere Konzentrationslager. Dort mussten sie meist Zwangsarbeit für die deutsche Kriegswirtschaft leisten.

Quelle: Bayrischer Rundfunk
Stand: 02.08.2017

Zweiter-Weltkrieg-Gedenkstätte für Roma: Ein Schandfleck wird Geschichte

Eine Schweinemastanlage im böhmischen Lety weicht einer Gedenkstätte. Im Zweiten Weltkriege standen dort Internierungslager für Roma.

Die Schweinefarm auf dem Gelände des ehemaligen „Zigeunerlagers“ Lety in Südböhmen kommt weg. Das beschloss Ende Juli die Vollversammlung der Aktiengesellschaft AGPI Písek, die die Mast betreibt. Mit einer Mehrheit von 88 Prozent gaben die Aktionäre grünes Licht für den Verkauf der sieben Hektar großen Anlage an den Staat. Dort fristen in 13 Hallen jeweils 1.000 Schweine ihr Dasein.

Über 20 Jahre hat es bis zu dieser Entscheidung gedauert. Besonders im Ausland wurde kritisiert, dass die Schweinemast das Gedenken an den Völkermord an den Roma beschmutze. Das EU-Parlament hatte die Tschechische Republik in zwei Resolutionen dazu aufgerufen, die Schweinemast zu entfernen.

Das scheiterte bislang aber an der Forderung der AGPI Písek, der Staat möge den Umzug und den Bau einer neuen Mastanlage an einem weniger gedenkwürdigen Ort finanzieren. Einen Verkauf lehnte die Firma ab.

Die Proteste von Roma-Aktivisten scheinen die Schweinefarmer mürbe gemacht zu haben. Schon im September soll der Verkauf fix gemacht werden. Die Summe behalten beide Seiten bis dahin für sich. Laut Angaben des tschechischen Nachrichtenportals aktualně.cz, soll sie aber nicht höher sein als eine halbe Milliarde Kronen – knapp 20 Millionen Euro.

Ihnen fehlt das geschichtliche Bewusstsein

Anstelle der Schweinemast soll in Zukunft eine Gedenkstätte entstehen, die laut Kulturminister Daniel Herman vom Museum für Roma-Kultur und dem Komitee für die Entschädigung der Opfer des Völkermords an den Roma betrieben werden. „Die Gedenkstätte soll daran erinnern, dass hier erst ein Arbeits- und später ein sogenanntes Zigeunerlager stand“, sagt Herman.

Den Roma in Tschechien, die der latente Antiziganismus der Mehrheitsbevölkerung in Ghettos treibt, ist der Bau einer Gedenkstätte in Lety egal. Ihnen fehlt das geschichtliche Bewusstsein. Die meisten Roma, die heute in Tschechien leben, sind erst nach dem Krieg aus der Slowakei gekommen. Und sie haben andere Probleme: Armut, Bildungsferne und die Diskriminierung durch die „weißen“ Tschechen. Daran wird auch eine Gedenkstätte in Lety nicht viel ändern.

Das weiß auch Premier Bohuslav Sobotka. Der meinte vor drei Jahren, der Staat solle lieber Geld in die Schulbildung der Roma oder eine Verbesserung ihrer Lebensumstände stecken. Besonders unpopulär ist die Entscheidung, die Schweinemast aufzukaufen, in der Bevölkerung. Nicht nur, weil die Roma eine verhasste Minderheit sind – über 80 Prozent der Tschechen würden laut Umfragen keine Roma als Nachbarn wollen. Sondern auch, weil das „Zigeunerlager“ Lety das eigene Geschichtsbild stört.

Lety wurde noch vor dem Einmarsch der Deutschen und vor Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren geplant, als Sammellager für Arbeitsscheue. Auch wenn es die deutschen Besatzer waren, die Lety als „Zigeunerlager“ in ihren Vernichtungsfeldzug in Mitteleuropa eingliederten, so waren es Tschechen, die dort die Arbeit verrichteten. Zwischen August 1942 und Mai 1943 waren 1.308 Roma in Lety interniert. Katastrophale Hygienebedingungen führten zum Ausbruch einer Typhusepidemie, an der die meisten der 327 Todesopfer des Lagers starben.

Der Rest wurde nach ­Auschwitz deportiert. Es heißt, sie sollen in solch einem erbärmlichen Zustand gewesen sein, dass selbst die Wärter so etwas wie Mitleid empfanden.

Quelle: taz.de
Stand: 03.08.2017

Biografie von Romani Rose: Die erste Demo in ihrer Geschichte

Der Ballast der NS-Diktatur wog noch schwer, als Romani Rose den Kampf um Anerkennung der deutschen Sinti und Roma begann.
Romani Rose ist in Deutschland ein geachteter Mann. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, dessen Vorsitzender der 71-Jährige ist, ist die politische Vertretung der größten Minderheit des Landes, die hier seit 600 Jahren ansässig ist.

Roses eben erschienene Biografie belegt, dass es alles andere als normal ist, als Sinto in Deutschland ein geachteter Mann zu sein. Die Autorin Behar Heinemann, eine Romni aus dem Kosovo, die in den frühen 1990ern eingewandert ist, nimmt die Leserschaft mit auf eine 224-seitige Zeitreise in eine Bundesrepublik, in der es völlig unvorstellbar war, sich mit Stolz „Sinto“ oder „Rom“ zu nennen. (mehr…)

Forschungsstelle Antiziganismus

Die Forschungsstelle Antiziganismus beschäftigt sich mit grundlegenden Studien zu Ursachen, Formen und Folgen des Antiziganismus in den
europäischen Gesellschaften vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Mechanismen der Vorurteilsbildung und Praktiken der Diskriminierung werden historisch fundiert, theoriegeleitet und bevorzugt vergleichend sowohl auf lokaler, regionaler, nationaler wie auch auf transnationaler Ebene untersucht. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden im Kontext der Rassismus-, Stereotypen-, Gewalt- und Inklusionsforschung beleuchtet.

Eine auf Dauer angelegte Struktur der Forschungsstelle Antiziganismus ermöglicht die kontinuierliche Generierung von wissenschaftlich exzellenten Erkenntnissen in einem dynamischen Forschungsumfeld. Diese werden zugleich für die Öffentlichkeit, für Gesellschaft und Präventionsarbeit sowie für die Lehre am Historischen Seminar zur Verfügung gestellt.

Für die Arbeit der Forschungsstelle bietet die Universität Heidelberg mit ihrer internationalen Ausstrahlung, den hier geleisteten inhaltlichen und strukturellen Vorarbeiten sowie den lokalen Vernetzungsmöglichkeiten mit Institutionen und Vertretungen den idealen Ort. In den zurückliegenden Jahren hat die Manfred Lautenschläger-Stiftung bereits zentrale, thematisch verwandte Forschungsarbeiten am Lehrstuhl für Zeitgeschichte gefördert.

In der Forschungsstelle arbeitet ein Team aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Doktorandinnen und Doktoranden, um das Forschungsfeld voranzubringen und damit Zugkraft für das Thema zu entfalten. Wissenschaftlicher Leiter ist seit dem 1. Januar 2017 Prof. Dr. Edgar Wolfrum, Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.

Finanziert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Quelle: Universität Heidelberg
Stand: 19.06.2017

„Ein Zeichen über die Grenzen unseres Landes hinaus“

Neue „Forschungsstelle Antiziganismus“ an der Universität – Grundlagenforschung über Diskriminierung der Sinti und Roma

Es war ein weiter Weg, an dessen Ende sich alle Beteiligten glücklich zeigten: die Universität Heidelberg, das Land Baden-Württemberg und nicht zuletzt der in Mannheim ansässige Landesverband im Verband Deutscher Sinti und Roma. Als bundesweit erste Einrichtung dieser Art wurde jetzt die „Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg“ eröffnet, die ihren Sitz im Gebäude Hauptstraße 216 an der Ecke zum Karlsplatz hat. Sie wird sich mit einem Phänomen beschäftigen, das nicht nur historisch, sondern auch noch in der Gegenwart mit negativen Auswirkungen auf eine gesellschaftliche Minderheit verbunden ist: die Diskriminierung und Verfolgung von als „fremd“ und als „Zigeuner“ wahrgenommenen Sinti und Roma. (mehr…)

‚A place to call our own‘: Europe’s first Roma cultural centre opens in Berlin

Groundbreaking institute to showcase and promote artistic and cultural contribution of Europe’s 12 million Roma people

As a boy facing bullying and discrimination for his Roma identity in his native Albania, Sead Kazanxhiu said he had harboured a simple dream: “To be considered equal to those around me. It was the same dream as our forefathers,” he said. “To not have to hide our identity in order to survive.”

The 30-year-old visual artist, who trained as a painter at the University of Arts in Tirana, is at the forefront of a groundbreaking institute launched in Berlin on Thursday to showcase and promote the largely invisible artistic and cultural existence of Europe’s estimated 12 million Roma people.

“We’ve been living in Europe for 600 years,” Kazanxhiu said, speaking in Romanes. “Now for the first time we have a place we can call our own and the chance to present the image of who we are, rather than others doing it for us.” (mehr…)